Angelika Hoffmann

Hygiene


Angelika Hoffmann
Hygienefachkraft

               Nauen                               Rathenow
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Fax:       03321  42-1099               03385  555-3019
Email:    angelika.hoffmann@gsg-havelland.de

Das Thema Hygiene hat in unseren Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen einen hohen Stellenwert, wenngleich die umfangreichen Aktivitäten auf diesem Gebiet den meisten Patienten und Besuchern unserer Häuser verborgen bleiben, da sie eher im Hintergrund ablaufen. Deshalb möchten wir sie Ihnen hier vorstellen und erläutern.
Im Gegensatz zur kurativen Medizin, die sich mit der Linderung und Heilung von Krankheiten beim Menschen beschäftigt, bemüht sich die Hygiene, die Entstehung von Erkrankungen durch geeignete Maßnahmen bereits im Vorfeld zu verhindern.
Hauptaufgabe der Krankenhaushygiene ist es, durch verschiedenste Aktivitäten in allen Funktionsbereichen des Krankenhauses die Infektionsgefährdung für Patienten, Besucher und auch für das Personal so gering wie möglich zu halten.
In letzter Zeit wird das Thema Hygiene vor allem im Zusammenhang mit Patientensicherheit diskutiert: Wie Untersuchungen gezeigt haben, muss in Deutschland damit gerechnet werden, dass es bei etwa 3 - 5 % der Krankenhaus-Patienten zu sogenannten nosokomialen Infektionen kommt. Diese erst im Krankenhaus erworbenen Infektionen führen zu einer Verlängerung der Krankheitsdauer, vermehren das Leiden der Patienten und können im Einzelfall sogar den Tod eines Patienten herbeiführen. Überdies verursachen sie auch einen erheblichen wirtschaftlichen Schaden.

Zahlreiche Studien belegen, dass sich 20-30 % dieser nosokomialen Infektionen durch sorgfältige Organisation der Abläufe in den Krankenhäusern und durch geeignete hygienische Maßnahmen vermeiden lassen.

Ferner ist das Sachgebiet Hygiene für Vorbeuge- und Abwehrmaßnahmen verantwortlich, falls z. B. im Krankenhaus Infektionen gehäuft auftreten oder Infektionspatienten in größerer Zahl oder mit stark ansteckenden Erkrankungen behandelt werden müssen – also der Verdacht einer Epidemie besteht. Dabei arbeiten wir gegebenenfalls eng mit den öffentlichen Gesundheitsbehörden zusammen. So wurden entsprechende Notfallpläne für unsere Häuser entwickelt als die Vogelgrippe bzw. die sog. Schweinegrippe grassierten. Krankenhausleitung, Notfallversorgung, Apotheke und Hygiene stimmen sich ab, um eine zügige und sichere Versorgung der Patienten gewährleisten und gleichzeitig für den nötigen Schutz der Mitarbeiter sorgen zu können.

Voraussetzung für ein erfolgreiches Hygienemanagement sind standardisierte Arbeitsabläufe und Verfahrensweisen. Hierbei gilt es den „Spagat“ zu meistern, dass die Hygieneregelungen einerseits den Empfehlungen der Expertenkommission des Robert-Koch-Institutes Berlin und den geltenden Unfallverhütungsvorschriften entsprechen und andererseits auch praktikabel umsetzbar sein müssen.

Alle Regelungen werden in einem umfangreichen Hygieneplan zusammengefasst. Er stellt eine Leitlinie für die Mitarbeiter unserer Einrichtungen dar und zielt auf die Sicherstellung eines gleichbleibend hohen Hygienestandards in unseren Einrichtungen. Verantwortlich für die Aufstellung des Hygieneplans ist die Hygienekommission. Neben den ärztlichen Leitern arbeiten hier die Hygienefachkraft, mehrere Hygienebeauftragte Ärzte und ein beratender Hygieniker. Um einen kontinuierlichen Informationsfluss und die Umsetzung der getroffenen Regelungen zu gewährleisten, gibt es in allen Bereichen Mitarbeiter, die als dezentrale Hygienebeauftragte fungieren. Mit dieser Kaskade von Verantwortlichen sowie regelmäßigen Schulungen unserer Mitarbeiter sichern wir die Durchdringung aller Bereiche ab, denn nur wenn Hygiene überall einheitlich wirkt, kann sie erfolgreich sein.

Dazu werden fortlaufende, kontinuierliche Begehungen und punktuelle Überprüfungen von hygienisch relevanten Bereichen durchgeführt und es erfolgt eine systematische Dokumentation von Hygienemängeln.

Wir streben die Vermeidung bzw. eine deutliche Verminderung der Rate an Pneumonien, Wundinfektionen, Sepsisfällen und Harnwegsinfektionen an, die maßgeblich zur Verlängerung der Krankheitsdauer und zur Kostenerhöhung beitragen. Die konsequent durchgeführte Hygiene ist deshalb Bestandteil unseres Qualitätsmanagements.

Wissenswertes zur Hygiene

Aufgaben der Hygiene

- Beratung

- Organisation

- Überwachung

- Kontrolle

- Erarbeitung von klinikspezifischen Hygieneplänen

- Mitarbeit bei der Erstellung von Pflegestandards

- Beratung zu speziellen Hygienefragen

- Auswahl und Einsatz von Desinfektions- und Reinigungsverfahren- und geeigneter Produkte

- Beratung bei Bau- und Umbaumaßnahmen

- Beratung bei der Beschaffung von Medizinprodukten

Fort-, Weiter- und Ausbildung der Mitarbeiter und Auszubildenden

zu hygienerelevanten Themen u.a.

- Händehygiene

- Individualhygiene

- Verhalten bei Patienten mit übertragbaren Erkrankungen

- Isolierungsmaßnahmen bei Seuchengefahr

- Absonderungsmaßnahmen bei multiresistenten Keimen

- Personalschutz

- Maßnahmen zur Infektionsprävention

Qualitätssichernde Maßnahmen

- Mikrobiologische Überprüfung von Reinigungs-, Desinfektions-, und Sterilisationsmaßnahmen und Gerätschaften

- Erfassung von nosokomialen Infektionen (Führen einer Infektionsstatistik)

- Erkennung und Beseitigung von Infektionsketten

- Ermittlung von Infektionswegen und - quellen

- Führen einer Erreger- und Resistenzstatistik

- Überwachung von Indikator OPs (Teilnahme an der KISS Studie)

- Überprüfung der festgelegten Hygienestandards durch regelmäßige Begehungen
der Stationen und Bereiche

Bakterien

Teilnahme an der Aktion Saubere Hände

Aktion Saubere Hände

zur Internetseite [www.aktion-sauberehaende.de]

die unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Gesundheit steht.
Die Havelland Kliniken GmbH nimmt teil an der Aktion Saubere Hände. Diese wurde initiiert von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als ein Beitrag zur Erhöhung der Patienten- sicherheit. Ziel ist eine Verbesserung der Händehygiene, vor allem der Händedesinfektion, im Gesundheitswesen. Dies ist eine einfache, aber sehr effektive Maßnahme, um die Zahl von Krankenhausinfektionen (nosokomiale Infektionen) zu verringern.

 

Was ist eine Händedesinfektion?

Unter einer Händedesinfektion versteht man das Einreiben der Hände mit einem in der Regel auf Alkohol basierenden Desinfektionsmittel. Dieses Desinfektionsmittel ist speziell für die Anwendung an den Händen entwickelt, um dort befindliche Erreger (z.B. Bakterien und Viren) abzutöten.

 

Wer sollte eine Händedesinfektion durchführen?

Alle Mitarbeiter des Krankenhauses, insbesondere Personal mit direktem Kontakt zu Patienten! Kontakt heißt hierbei auch die Berührung von Bett, Nachttisch und anderen Dingen in der unmittelbaren Umgebung des Patienten.

 

Angehörigen ist es unter Umständen zu empfehlen (z.B. bei Erkrankungen durch bestimmte Erreger), vor und nach Betreten eines Patientenzimmers eine Händedesinfektion durchzuführen. Das Stationspersonal wird Sie ggf. darauf aufmerksam machen und einweisen.

 

Als Patient sollten Sie in folgenden Situationen die Händehygiene beachten, wobei hier das Waschen mit Seife und Wasser völlig ausreichend ist:

- nach Benutzung der Toilette

- bei verschmutzten Händen

- vor dem Essen

 

Sollte ich im privaten Bereich auch eine Händedesinfektion durchführen?

In unserem persönlichen Umfeld ist das Waschen mit Wasser und Seife völlig ausreichend. Sollten Sie zu Hause einen Angehörigen pflegen, sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt, ob von Fall zu Fall eine Händedesinfektion anzuraten wäre.

Hinweise für Patienten mit der Diagnose MRSA

 

Was ist MRSA?

MRSA ist die Abkürzung für Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus.

Staphyloccus aureus ist ein kugelförmiges Bakterium, das bei vielen Menschen im Nasen/Rachen-Raum nachweisbar ist, ohne dass diese krank sind. Sie stellen auch kein Risiko für ihre Mitmenschen dar.

Wenn Menschen im Krankenhaus liegen, sind sie oft empfindlicher für Infektionen. Dann kann das Bakterium Staphylococcus aureus (aus ihrer eigenen Nase oder von anderen Menschen) zu einer Infektion führen, z.B. in einer chirurgischen Wunde. Meist lässt sich diese Infektion gut mit Antibiotika behandeln. Wenn Bakterien auf bestimmte Antibiotika (z.B. Penicillin) nicht ansprechen, sagt man, dass sie resistent sind. Wenn Staphylococcus aureus nicht auf Methicillin (oder heute Oxacillin) anspricht, spricht man von einem Methicillin-resistentem Staphylococcus aureus oder MRSA. Andere Bezeichnungen sind ORSA oder Multi-resistenter Staphylococcus aureus.
MRSA-Bakterien sind häufig gegen viele Antibiotika unempfindlich, sodass die Behandlung schwierig werden kann. Das Risiko, durch sie krank zu werden, ist allerdings nicht größer als bei einem „normalen“ Staphylococcus aureus.

Staphylococcus

 

Bin ich krank wegen MRSA?

Wenn bei Ihnen MRSA nachgewiesen wurde, können Sie dadurch bedingt eine Infektion (z.B. einer Wunde) haben, die dann auch mit Antibiotika behandelt werden muss. Es kann aber auch sein, dass MRSA zufällig bei Ihnen nachgewiesen wurde, Sie deshalb also nicht krank sind. Dann sind Sie lediglich „kolonisiert“ (d.h. bei Ihnen kann das Bakterium nachgewiesen werden) und müssen nicht mit Antibiotika behandelt werden. Sie stellen aber für Ihre Mitpatienten ein Risiko dar, weil Sie diese anstecken können. Ob Sie durch MRSA krank sind oder „nur“ kolonisiert, sagt Ihnen Ihr Arzt. Fragen Sie Ihn!

 

Warum werde ich im Krankenhaus isoliert?

Wenn Sie das MRSA-Bakterium auf Ihrem Körper tragen, stellen Sie für Ihre Mitpatienten ein Risiko dar, weil sie diese infizieren können. Die entsprechenden Infektionen sind unter Umständen durch Antibiotika sehr schwer oder gar nicht zu behandeln. Das Bakterium kann auch auf das Personal übertragen werden und über dieses wiederum auf andere Patienten. Deshalb müssen Sie leider in einem eigenen Zimmer isoliert werden. Das ist für Sie unangenehm, dient aber dem Schutz der anderen Patienten.

 

Welche Maßnahmen gehören zur Isolierung?

Sie werden in einem eigenen Zimmer mit eigener Nasszelle isoliert. Das Zimmer und die Gegenstände werden regelmäßig desinfizierend gereinigt. Dies gilt auch für persönliche Gegenstände, wie z.B. Rasierer, Zahnbürste, Kamm usw. Um möglichst wenige Gegenstände mit dem Erreger in Kontakt zu bringen, versuchen wir, Mobiliar und Gegenstände im Zimmer auf ein Minimum zu reduzieren.
Verlassen dürfen Sie Ihr Zimmer nicht bzw. nur in Absprache mit dem Pflegepersonal, die Zimmertür ist immer geschlossen zu halten. Das Personal betritt Ihr Zimmer nur mit besonderen Schutzmaßnahmen, z.B. Mundschutz, Kopfhaube, Kittel, Handschuhe. Diese Maßnahmen dienen dem Schutz des Personals und der Verhütung einer Übertragung auf andere Patienten. Welche weiteren Maßnahmen einzuhalten sind, sagt Ihnen Ihr Pflegepersonal. Fragen Sie es!

 

Warum muss ich eine besondere Körperhygiene betreiben?

Unabhängig davon, ob Sie Antibiotika wegen einer eventuellen Infektion (Krankheit) durch MRSA erhalten müssen, versuchen wir alles, damit MRSA bei Ihnen verschwindet. Da MRSA besonders häufig im Nasen/Rachenraum und auf der Haut vorkommt, nehmen wir in diesen Körperbereichen desinfizierende Maßnahmen vor. Diese können folgende Anwendungen umfassen:

- Nasensalbe,

- Desinfektion des Rachens durch Spülen oder Gurgeln mit bestimmten Präparaten

- Anwendung antiseptischer Wasch- und Duschlösungen

Wie Sie diese genau anzuwenden haben, erklärt Ihnen Ihr Pflegepersonal.
In bestimmten Abständen wird (z.B. durch Abstriche) kontrolliert, ob Sie immer noch MRSA am Körper tragen. Wenn kein MRSA mehr nachweisbar ist, können alle Maßnahmen (einschließlich der Isolierung) eingestellt werden und Sie gelten wieder als „MRSA-negativ“.

 

Darf ich im Krankenhaus besucht werden?

Sie können im Krankenhaus Besuch bekommen. Allerdings müssen die Besucher Schutzmaßnahmen einhalten. Dies dient dem Schutz der Besucher und der anderen Patienten. Ihre Besucher müssen sich daher beim Pflegepersonal melden, damit dieses sie einweist. In der Regel müssen Ihre Besucher einen Kittel anziehen, ferner Kopfschutz, Handschuhe und einen Mund-Nasen-Schutz. Nach Ende des Besuchs müssen Ihre Besucher auch eine Händedesinfektion durchführen. Wie das geht, erklärt Ihnen ebenfalls das Pflegepersonal. Die Schutzmaßnahmen gelten in Ihrem Zimmer; Ihre Besucher dürfen also nie im Schutzkittel das Zimmer verlassen, da sie dann MRSA auf der Station verbreiten können.

 

Welches Risiko besteht für meine Familie oder Bekannte?

Eine Übertragung von MRSA auf Ihre Familie oder Bekannte, die Sie besuchen, soll verhindert werden. Werden die o. g. Schutzmaßnahmen durchgeführt, ist das Risiko gering. Wie das Risiko zu Hause nach Entlassung ist, können Sie unten lesen.

 

Muss ich wegen MRSA länger im Krankenhaus bleiben?

Wenn MRSA bei Ihnen zu einer Infektion (Krankheit) geführt hat, müssen Sie natürlich solange im Krankenhaus bleiben, bis Sie gefahrlos (für Ihr Leben bzw. Ihre Gesundheit) nach Hause entlassen werden können. Wegen einer reinen „Kolonisation“ müssen Sie nicht länger im Krankenhaus bleiben. Man geht derzeit sogar davon aus, dass zu Hause die „normale“ Keimbesiedlung des Körpers wieder die Oberhand gewinnt und MRSA verdrängt. Aus diesem Grund wird sogar eine frühzeitige Entlassung angestrebt.

 

Und zu Hause?

Wenn Sie entlassen werden und MRSA noch auf ihrem Körper nachweisbar ist, informieren wir Ihren Hausarzt rechtzeitig. Sie sollten die Information aber auch selbst an ihn oder z.B. einen ambulanten Pflegedienst weitergeben. Sofern es von unserer Seite spezielle Empfehlungen zur Behandlung gibt, geben wir Ihnen diese mit. Ansonsten haben wir auf das Verhalten Ihres Hausarztes oder eines Pflegedienstes allerdings keinen Einfluss.
Sie können, auch wenn Sie noch mit MRSA kolonisiert sind, zu Hause normal leben. Man geht derzeit, wie oben beschrieben, davon aus, dass zu Hause die „normale“ Keimbesiedlung des Körpers wieder die Oberhand gewinnt und MRSA verdrängt. Besondere Schutzmaßnahmen sind nicht einzuhalten, auch nicht zum Schutz Ihrer Familienangehörigen bzw. Personen, mit denen Sie zusammenleben. Falls weitergehende Maßnahmen erforderlich sind, werden wir Ihnen diese vor Entlassung mitteilen. Ein kleines Risiko besteht für Familienangehörige oder Kontaktpersonen mit offenen Wunden, Hautekzemen oder einer Immunschwäche (z.B. Krebspatienten unter Chemo- oder Strahlentherapie). Mit diesen Personen sollten Sie in den ersten 2-4 Wochen zu Hause möglichst innige Berührungskontakte vermeiden. Zur Sicherheit sollten Sie nach ca. 2 Wochen Ihren Hausarzt um Abstrichkontrollen bitten, um abzuklären, ob Sie immer noch MRSA-Träger sind.