

Stellv. Ärztlicher Direktor
Chefarzt
Dr. med. Werner Schütze
Facharzt für Psychiatrie, Psychotherapie und
Kinder- und Jugendpsychiatrie
Tel: 03321 42-1130
Fax: 03321 42-151067
Email: werner.schuetze@havelland-kliniken.de
Havelland Kliniken GmbH - Klinik Nauen • Ketziner Straße 21 • 14641 Nauen
In der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik bildet das Gespräch mit dem Patienten den Ausgangspunkt für das Stellen der Diagnose und die Einleitung der Therapie. Dadurch soll eine vertrauensvolle Beziehung aufgebaut werden, die es dem Patienten ermöglicht, alle seine Erkrankung betreffenden Nöte zu besprechen.
Dies wird ergänzt und abgesichert durch die diagnostischen Möglichkeiten der Organmedizin. Gemäß der Versorgungsverpflichtung für die Region Nauen werden in unserer Klinik alle Formen seelischer Erkrankungen behandelt wie Psychosen, affektive Erkrankungen, Per-sönlichkeitsstörungen, Belastungs- und Anpassungsstörungen, psychosomatische Störungen, chronische Schmerzsyndrome, demenzielle Erkrankungen sowie Abhängigkeitserkrankungen in Form von Alkoholkrankheit, Medikamentenabhängigkeit oder Drogenmissbrauch.
Oberärztin in Vertretung

Birgit Schätzmüller
Fachärztin für Psychiatrie,
Psychotherapie
Pflegeabteilungsleiterin

Silvana Heller-Krebs
Sekretariat

Dana Tech
Tel: 03321 42-1130
Für unsere therapeutische Haltung sind folgende Grundsätze von Bedeutung:
- Versorgungsverpflichtung für die Region des Altkreises Nauen
- die Gemeindenähe
- die Beziehungskontinuität
- eine psychotherapeutische Grundhaltung
- Ausbau der ambulanten Behandlungsmöglichkeiten
- Einbeziehung von Nutzern und Angehörigen
- Arbeit als Grundrecht für psychisch Kranke
Seit 1998 bauen wir das regionalisierte Versorgungskonzept für die Region aus. Dies vollzieht sich in enger Kooperation mit den komplementären Einrichtungen, dem Sozialpsychiatrischen Dienst des Gesundheitsamtes, dem Sozial- und Jugendamt sowie auch dem Psychiatriereferat des Ministeriums für Umwelt- und Verbraucherschutz sowie Gesundheit (MUVG). Wir verstehen uns als eine lernende Organisation, die sich ständig weiterentwickeln möchte.
Das besondere Augenmerk liegt auf der Entwicklung der Vision 2010plus. Ausgehend von den dort näher erläuterten Vorstellungen soll der Vorrang der ambulanten Behandlung sowohl durch die Bereitstellung der Möglichkeit des Hometreatment als auch durch eine beabsichtigte Bettenreduktion dokumentiert werden.
Vollstationäre Behandlung findet auf drei Stationen mit 18 bzw. 21 Behandlungsplätzen statt. Eine Spezialisierung im engeren Sinne gibt es nicht. Lediglich Patienten, die zur Entgiftung von Substanzen wie Alkohol, Medikamenten oder Drogen kommen, werden bevorzugt auf der Station P2 aufgenommen. (Wege aus der Abhängigkeit)

Die Station P3/M4 setzt neben der Behandlung von stabileren psychisch erkrankten Patienten ohne Eigengefährdung einen Schwerpunkt auf psychosomatische Erkrankungen, das heißt Krankheitsbilder an der Schnittstelle zwischen Innerer Medizin und Psychiatrie. Behandelt werden seelische Erkrankungen mit körperlichen Folgesymptomen, chronische Schmerzstörungen, Angststörungen, Persönlichkeitsstörungen, Essstörungen und körperliche Erkrankungen mit Schwierigkeiten bei der seelischen Verarbeitung.

Wir haben keine "geschlossenen" Stationen im herkömmlichen Sinn. Manchmal können die Türen zum Schutz in speziellen Situationen auf den Stationen P1 und P2 vorübergehend geschlossen werden. Die Station P3/M4 ist ständig offen. Zur Behandlungsphilosophie unserer Klinik gehört es, den Patienten möglichst viel an Eigenverantwortung zu überlassen, damit für sie auch in der vollstationären Behandlung die Möglichkeit besteht, den Alltag so normal wie möglich zu leben. So können sie beispielsweise in einer modern eingerichteten Küche unter Anleitung kochen.

Diagnostik und Behandlung auf den Stationen
Zum diagnostischen Angebot gehören:
- Anamnesegespräch
- Erhebung des psychopathologischen Befundes
- Körperliche Untersuchung
- Psychologische Diagnostik, Testverfahren
- Sozialanamnese
- Laboruntersuchungen
- Radiologische Untersuchungen (Röntgen, CT, MRT)
- Konsiliaruntersuchungen
Das Standardbehandlungsangebot besteht aus:
- Ärztlichen Einzelgesprächen, Beratungen, Visiten
- Psychologischer Beratung und Therapie
- Angehörigen-, Paar- und Familiengesprächen
- Beratung von Betreuern, Einrichtungen, Heimen
- Medikamentöser Therapie
- Gruppentherapie
- Entspannungstherapie (PMR, imaginative Techniken, autogenes Training)
- Akupunktur nach dem NADA-Protokoll
- Physiotherapie incl. Fitnesstraining, Wassergymnastik etc.
- Sozialberatung
- Ergotherapie als Kreativtherapie und Arbeitserprobung, Praktika
- Soziotherapie in Form tagesstrukturierender Maßnahmen (Stationsrunden, Küche mit Back- und Kochgruppe, Einkaufsdienst, Außenaktivitäten, etc.)
- Reflecting Team
- Behandlungskonferenz
- Angehörigen-Café (immer freitags um 15 Uhr auf Station P1)
- Bereichs- / Bezugspflege
| Kontakt: | ||
| Station P1 | Tel. 03321 42-1141 | |
| Station P2 | Tel. 03321 42-1142 | |
| Station P3/M4 | Tel. 03321 42-1270 |
Wege aus der Abhängigkeit
Hierzu bieten wir eine qualifizierte Entgiftungsbehandlung bei Alkohol- und Medikamentenabhängigkeit oder Krisenintervention in besonderen Lebenslagen.
Unser verbindliches Angebot:
- medizinische Diagnostik, Beratung und Aufklärung
- soziale Betreuung
- Beratung von Angehörigen
- Frühsport
- Ergotherapie
- Physiotherapie
- therapeutische Einzel- und Gruppengespräche
- Frauengruppe
- Behandlungskonferenz
- Krisenintervention
- Besuch und Beratung von Selbsthilfegruppen
- vierwöchige Behandlung schwer- und mehrfachkranker Suchtpatienten (sog. S4-Behandlung)
Voraussetzung zur Aufnahme ist eine ärztliche Krankenhauseinweisung Anmeldung täglich (auch Samstag/Sonntag) 10:00 - 16:00 Uhr Tel: 03321 42-1142, Station P2
Tagesklinik bedeutet eine teilstationäre Behandlung mit Verbleib im gewohnten sozialen Umfeld. Sie kann als Alternative, als Verkürzung oder als stabilisierende Nachbehandlung eines Klinikaufenthaltes genutzt werden. Wir bieten Behandlungsplätze und Unterstützung für Menschen mit verschiedenen psychiatrischen Erkrankungen, denen das ambulante Angebot nicht oder nicht mehr ausreicht.
Wer zu uns kommt, sollte in der Lage sein, die Tagesklinik selbstständig zu erreichen und an Gruppenaktivitäten teilzunehmen.
Wir bieten Diagnostik, Beratung und Behandlung für Menschen ab dem 18. Lebensjahr, die psychiatrisch oder psychosomatisch erkrankt sind oder sich in einer seelischen Krise befinden. Dabei kann es sich um Depressionen, Ängste, Psychosen, Süchte, Essstörungen, Persönlichkeitsstörungen, psychische Belastungsreaktionen und anderes handeln.
Das Therapieangebot beinhaltet:
- Gruppengespräche
- Einzelgespräche
- Familiengespräche
- Behandlungskonferenzen
- medizinische Diagnostik
- medikamentöse Behandlung und Beratung
- Ergotherapie
- Gestaltungs-/Kunsttherapie
- alltagspraktisches Kompetenztraining
- Psychoedukation
- Sport- und Bewegungstherapie
- Nordic Walking
- Rhythmusgruppe
- Rollenspiel
- Feldenkrais
- Spielegruppe
- Entspannungstraining
- Akupunktur nach dem NADA - Protokoll
- Außenaktivitäten
- sozialtherapeutische Beratung und Begleitung
- Arbeits- und Belastungserprobung

Unser psychotherapeutisches Vorgehen enthält tiefenpsychologisch fundierte, verhaltenstherapeutische und systemische Schwerpunkte.
Wichtig ist uns, Menschen, die unsere Hilfe und Unterstützung in Anspruch nehmen, in wertschätzender Haltung zu begegnen und sie in ihrer Ganzheit und Verschiedenartigkeit wahrzunehmen. Großen Wert legen wir auf die Einbeziehung der Familie und des sozialen Umfeldes.
Innerhalb unseres Therapiekonzeptes verfolgen wir zwei Zielrichtungen: Einerseits die Förderung alltagspraktischer Handlungskompetenzen und andererseits Selbstreflektion mit Hilfe gestalterischer Elemente. Abhängig von individuellen Bedürfnissen, Ressourcen und Zielen wird die Zuordnung in die entsprechende Gruppe vorgenommen.
Mit Blick über den Aufenthalt in der Tagesklinik hinaus begleiten wir unsere Patienten bei der Perspektiventwicklung in Bezug auf soziale und berufliche Wiedereingliederung, psychiatrische und psychotherapeutische Weiterbehandlung und andere ambulante Hilfen.
Eine enge Zusammenarbeit besteht mit unserer Institutsambulanz, die sich auf der gleichen Etage befindet.
Aufnahmemodus
Die Einweisung in unsere Tagesklinik erfolgt durch niedergelassene Nervenärzte, Psychotherapeuten, Hausärzte, Institutsambulanzen oder Klinikärzte.
Die Behandlungskosten werden von den Krankenkassen übernommen.
Die Aufnahme erfolgt nach einem Vorgespräch gemäß Terminabsprache. Die Behandlung in der Tagesklinik findet statt von Montag bis Freitag jeweils von 07:30 bis 15:30 Uhr.
So erreichen Sie uns:
Bereich Nauen |
Tel. 03321 42-1212 |
|
Bereich Falkensee |
Tel. 03322 2745-00 |
|
| Öffnungszeiten: | Montag bis Freitag von 07:30 bis 15:30 Uhr Anmeldung und Aufnahme nach Vereinbarung |
Die Psychiatrischen Institutsambulanzen bieten die Möglichkeit einer ambulanten Weiterbehandlung ehemaliger Patienten der Klinik. Die niedergelassenen Ärzte können aber dorthin auch Patienten zur Mitbehandlung überweisen.
Die PIA erfüllt einen spezifischen Versorgungsauftrag für psychisch Kranke, die wegen Art, Schwere oder Dauer der Erkrankung eines besonderen krankenhausnahen Angebotes bedürfen. Die PIA arbeitet eng mit den niedergelassenen Ärzten, komplementären Einrichtungen und dem sozialpsychiatrischen Dienst zusammen.
Behandelt werden insbesondere Patienten mit psychischen Erkrankungen,
die zur Chronifizierung neigen wie:
- Schizophrenien
- affektiven Erkrankungen
- schweren Persönlichkeitsstörungen
- Suchterkrankungen
- Gerontopsychiatrischen Erkrankungen
Bei diesen Erkrankungen ist einerseits eine langfristige kontinuierliche Behandlung medizinisch notwendig und andererseits stehen mangelndes Krankheitsgefühl und/oder mangelnde Impulskontrolle der Wahrnehmung dieser kontinuierlichen Behandlung entgegen.
Das Behandlungsangebot besteht aus dem gesamten Spektrum psychiatrisch-psychotherapeutischer Diagnostik und Therapie, die von einem multiprofessionellen Team erbracht wird, in Form von:
- Krisenintervention/Notfallbehandlung/-beratung
- Einzelgesprächen
- krankheitsspezifischen Gruppen (u. a. Sucht, Depression und Angst, Psychose)
- Ergotherapie
- Entspannungsverfahren
- medikamentöser Behandlung
- Angehörigenberatung
- Kochgruppe
- Nordic Walking
- Frauengruppe
- Behandlungskonferenz
- Reflecting Team
- Lichttherapie
- sozialtherapeutische Beratung und Begleitung
Aufnahmemodus
Der Zugang zur Psychiatrischen Institutsambulanz erfolgt durch Überweisung von einem niedergelassenen Arzt. Zuvor muss abgeklärt sein, dass eine ambulante Behandlung bei einem Psychiater/Nervenarzt für den Patienten nicht ausreicht und eine Betreuung durch die Mitarbeiter des multiprofessionellen Teams notwendig ist.
So erreichen Sie uns:
Bereich Nauen |
Tel. 03321 42-1213 |
|
| Öffnungszeiten: | Montag u. Mittwoch 14:00 - 17:00 Uhr und Freitag 09:00 - 12:00 Uhr. |
|
Bereich Falkensee |
Tel. 03322 2745-50 |
|
| Öffnungszeiten: | Montag 09:00 - 12:00 Uhr, Dienstag 14:00 - 16:00 Uhr und Donnerstag 09:00 - 12:00 Uhr |
Der Name Ergotherapie leitet sich vom griechischen Wort „ergon“ ab, das soviel wie Werk, Tat, Tätigkeit und Handeln bedeutet.
Die Ergotherapie gilt als "junger" Beruf. Sie hat aber ihre Wurzel schon im Altertum und ist von den heute in der Psychiatrie angewandten Therapieverfahren das Älteste.
Die Ergotherapie gehört zu den handlungsbezogenen Therapieangeboten und geht u. a. von der Grundannahme aus, dass der Mensch durch den Gebrauch seiner Hände, wie sie durch Gedanken und den Willen gesteuert werden, den eigenen Gesundheitszustand beeinflussen kann.
Sie hat zum Ziel, verlorengegangene bzw. noch nicht vorhandene Handlungsfähigkeiten im Alltag (wieder) zu erreichen. Der Mensch soll die Aufgaben, die er sich selbst stellt und die ihm durch das Leben bzw. die Gesellschaft gestellt werden, für sich befriedigend erfüllen können. Für eine effiziente Handlungsfähigkeit ist Voraussetzung, dass körperliche, geistige und psychische Funktionen weitgehend intakt sind und der Mensch in eine sinnvolle Interaktion mit der Umwelt treten kann.
Die Ergotherapie orientiert sich an den Alltagsproblemen der Patientinnen und Patienten. Sie berücksichtigt deren individuelle Lebensgewohnheiten und knüpft an vorhandene Fähigkeiten an.
In der Ergotherapie wird die Selbstwahrnehmung des Patienten auf das Tun, auf die Aktivität gelenkt, also auf das Können, aber auch auf die Art und Weise, wie der Patient etwas macht. Im Rahmen der Ergotherapie kann der Patient erfahren und spüren, wie er sich anstrengt, konzentriert, durchhält und mit Fehlern umgeht. Er kann erlernen, verlorengegangene Bedürfnisse und Wünsche wahrzunehmen und zum Ausdruck zu bringen. Er kann üben, sich mit seinen Mitmenschen auseinander zu setzen, sich auf sie einzulassen und sich abzugrenzen. Ergotherapie ist Hilfe zur Selbstständigkeit im täglichen Leben und im Beruf.
Ergotherapie in der Psychiatrie behandelt Patienten aller Alterstufen mit psychotischen, neurotischen, depressiven und psychosomatischen Störungen sowie Suchterkrankungen.

In der Psychiatrie sind die grundsätzlichen Ziele der Ergotherapie die Entwicklung, die Verbesserung und der Erhalt von:
- Psychischen Grundleistungsfunktionen wie Antrieb, Motivation, Ausdauer, Belastbarkeit, Flexibilität und Selbstständigkeit
- Körperwahrnehmung und Wahrnehmungsverarbeitung
- Realitätsbezogenheit von Selbst- und Fremdwahrnehmung
- Situationsgerechtem Verhalten, sozioemotionalen Kompetenzen und Interaktionsfähigkeiten
- Kognitiven Funktionen
- Psychischer Stabilität und Selbstvertrauen
- Eigenständiger Lebensführung und Grundarbeitsfähigkeit
Im Rahmen der Ergotherapie wird zunehmend Augenmerk auf weiterführende Betätigungs- und Belastungsfelder gelegt. So schließen sich in der Regel oft Arbeitserprobungen unter realen Arbeitsbedingungen in Bereichen wie Verwaltung, Wirtschaft, Garten, etc. an.

Heike Uffmann
Dipl.-Psychologin
Weiterbildung Psychosoziale Onkologie (PSO und dapo)
Tel: 03321 42-1244
Email: heike.uffmann@havelland-kliniken.de
Havelland Kliniken GmbH - Klinik Nauen • Ketziner Straße 21 • 14641 Nauen
Psychoonkologische Betreuung
Für unsere an Krebs erkrankten Patientinnen und Patienten und deren Angehörige bieten wir eine kostenlose psychologische Beratung und Begleitung durch unsere Diplompsychologin Heike Uffmann an.
Krebs ist eine Erkrankung, die große Angst auslösen kann. Sie trifft den Patienten und dessen Familie. Oft müssen eingreifende Krebstherapien durchlebt und vielfältige Unsicherheiten und Veränderungen im Alltag verkraftet werden. Grübeln und Niedergeschlagenheit können die Folge sein.
In solchen Situationen kann es erleichternd sein, Hilfe bei Menschen zu suchen, die viel Erfahrung mit der psychischen Situation krebskranker Menschen haben und auch therapeutische Hilfe anbieten können.
Wir bieten Unterstützung für Patienten und Angehörige während und nach der Therapie:
- Beistand und Gespräche nach der Diagnoseeröffnung
- Unterstützung im Umgang mit der Unsicherheit/Sinnsuche
- Hilfe bei Angst und Depression (Unruhe/Schlaflosigkeit)
- Bewältigung krankheitsbedingter Einschränkungen
- Entspannungs- und Imaginationsübungen
- Informationen zur Gesundheitsförderung
- Psychologische Schmerztherapie
- Unterstützung bei fortschreitender Krebserkrankung
Sprechzeiten:
Persönlich bin ich dienstags und freitags von 09:00 - 15:00 Uhr auf der Station G1 zu erreichen, ansonsten kann dort jederzeit eine Nachricht für mich hinterlassen werden.
Innerhalb der Abteilung für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik der Klinik Nauen ist unter der Leitung des Chefarztes der Abteilung, Dr. med. W. Schütze, eine Arbeitsgruppe von Mitarbeitern verschiedener Berufsgruppen entstanden, die sich mit einer zeitgemäßen Weiterentwicklung der psychiatrischen Versorgung im östlichen Teil des Landkreises Havelland (Altkreis Nauen) beschäftigt.
Ziel unserer Überlegungen ist es, für die Weiterentwicklung der psychiatrischen Versorgung unseres Einzugsgebietes, basierend auf neuen Erkenntnissen, bestehende Versorgungsstrukturen durch die Anpassung an veränderte gesellschaftliche Rahmenbedingungen zu verbessern und zusätzlich durch neue Strukturen zu ergänzen.
Grundgedanke dabei ist, psychisch erkrankten Menschen durch veränderte Behandlungsangebote in akuten Krankheitsphasen so lange wie möglich Krankenhausaufenthalte zu ersparen und so viel „Normalität“ in ihrem Lebensumfeld wie möglich (aufrecht-) zu erhalten. Wir denken, dass wir mit dieser „gemeindenahen“ Art der psychiatrischen Behandlung in vielen Fällen günstig auf den Verlauf der Krankheit einwirken können.
Wir orientieren uns dabei an der in Skandinavien entwickelten systemischen Behandlungsform des Need-Adapted-Treatment mit folgenden Grundsätzen:
- niedrigschwelliger Zugang,
- sofortige Hilfe,
- Flexibilität des Ortes,
- Orientierung im sozialen Netzwerk durch Therapieversammlung innerhalb von 48 Std.
- settingübergreifende Behandlungskontinuität,
- Integration verschiedener Therapieformen,
- Einsatz von Neuroleptika in möglichst geringer Dosierung,
- therapeutisches Milieu mit geringer Stigmatisierung und
- Ressourcenorientierung: Familie/Netzwerk als Ressource.
Um psychisch kranke Menschen direkt in ihrem Lebensumfeld (also zu Hause und nicht im stationären Bereich des Krankenhauses) behandeln und betreuen zu können, wollen wir als Behandler künftig bei Bedarf „vor Ort“ sein und die Möglichkeiten der Lebenswelt des psychisch Erkrankten in der Behandlung nutzen.
Der Einbezug der Lebenswelt des Erkrankten bedeutet für uns ausdrücklich die intensive Zusammenarbeit mit den Familien oder sozialen Netzwerken der Patienten. Wir wollen uns als Behandler in diesem Sinne intensiv um die Kooperation mit den Angehörigen und den sonstigen wichtigen Bezugspersonen des Patienten bemühen, um diese in die Therapie einzubeziehen.
Unsere Planung sieht die Intensivierung der „Gemeindenähe“ für die psychiatrische Versorgung des östlichen Havellands vor. In mehreren Schritten, die sich über ca. fünf Jahre erstrecken werden, soll der Schwerpunkt der Behandlung vom stationären auf den ambulanten Bereich verlagert werden.
Folgende Punkte skizzieren die von uns bereits begonnene Umstrukturierung der psychiatrischen Versorgungsstrukturen in unserem Einzugsgebiet:
| 1. | Die stationäre Behandlung im östlichen Havelland wird weiterhin in der Klinik Nauen erfolgen. Im April 2009 haben wir zu dem bereits bestehenden Angebot (zwei Stationen mit der Kapazität von jeweils 21 Betten) eine weitere Station mit psychosomatischem Behandlungsschwerpunkt und 18 Betten eröffnet. Wenn in späteren Schritten entsprechende ambulante Versorgungsstrukturen ausgebaut sind, soll perspektivisch der psychiatrisch-stationäre Bereich der Klinik Nauen verkleinert werden. | |
| 2. | Das teilstationäre Behandlungsangebot konnten wir seit Oktober 2008 auf insgesamt 27 Behandlungsplätze erweitern. Die bereits länger bestehende Tagesklinik in Nauen mit 12 Plätzen wurde um einen zweiten Standort in Falkensee mit 15 Behandlungsplätzen ergänzt. | |
| 3. | Im Sinne einer umfassenden psychiatrischen Versorgung bieten wir eine ambulante Komplexbehandlung unserer Psychiatrischen Institutsambulanz (PIA) an. Seit Oktober 2008 existiert nun neben der PIA Nauen auch in Falkensee eine Institutsambulanz. Eine weitere Bestrebung in diesem Zusammenhang ist die Intensivierung der Kooperation mit niedergelassenen Hausärzten, Psychiatern/Nervenärzten und Psychotherapeuten. | |
| 4. | Für Patienten, die nicht die voll- oder teilstationäre Behandlung, aber einen Schutzraum brauchen, steht in Nauen ab Mai 2009 eine Krisenwohnung mit vier Plätzen zur Verfügung. Diese wird über den Lichtblick e.V. betrieben und durch die Klinik betreut. Wir planen eine ähnliche Einrichtung in Falkensee. | |
| 5. | Wir räumen Arbeit als Sinn stiftender Tagesstruktur und soziale Kontakte fördernder Tätigkeit in der Behandlung psychisch kranker Menschen einen großen Stellenwert ein. Entsprechend planen wir, bereits bestehende Arbeitsprojekte, die an der tatsächlichen Arbeitswelt ausgerichtet sein sollen, an den tagesklinischen Standorten auszubauen und mit dem zentralen psychiatrischen Versorgungsbereich zu vernetzen. | |
| 6. | Im komplementären Bereich erwarten wir entsprechende Veränderungen, wissen aber nicht, wie sie sein werden. In der PSAG (psychosoziale Arbeitsgruppe) verfolgen wir gemeinsam mit Kollegen des komplementären Bereichs die Aufgabe, eine bedarfsgerechte Versorgung zu schaffen. | |
| 7. | Um eine durchgehende, unkomplizierte Zugangsmöglichkeit zum Behandlungssystem zu gewährleisten, wollen wir einen ambulanten, telefonischen Krisendienst wieder aufleben lassen. An diesen Dienst soll sich jeder Hilfesuchende Tag und Nacht wenden können, um Beratung zu erhalten. | |
| 8. | Wir sind um eine intensive Zusammenarbeit mit Patienten/Nutzern und Angehörigen bemüht. Durch die Gründung eines Nutzerbeirats im Lichtblick e.V. haben wir damit begonnen, Nutzer aktiv an der Planung und Gestaltung zu beteiligen. Ein Patientenrat hat sich gegründet. | |
| 9. | Das Kernstück unseres Modellprojekts ist ein mobiles Krisenteam, welches ausschließlich ambulant arbeiten und sich zunächst um psychotisch erkrankte Menschen in akuten Krisen kümmern soll. Perspektivisch wollen wir auch Patienten in Krisen mit anderen Störungsbildern auf diese Weise behandeln. | |
| 10. | Die Einführung systemischer Methoden (Reflecting Team und Behandlungskonferenz) wird auf den Stationen und in den Tageskliniken schrittweise umgesetzt. | |
| 11. | Ein monatliches Psychoseseminar für Betroffene, Angehörige und Professionelle wurde im April 2009 in Falkensee begonnen. Ort: Kulturhaus J. R. Becher, Havelländer Weg 67. Zeit: 18:00 - 20:00 Uhr. Die genauen Termine können unter 03322 2745-50 (PIA Falkensee) erfragt werden. |
Wir haben Anfang 2007 damit begonnen, Mitarbeiter aller Berufsgruppen in unserer Abteilung systemisch/familientherapeutisch weiterzubilden. Ziel dabei ist es, in einer 3-jährigen intensiven Lernphase mit externen Ausbildern die grundlegende therapeutische Qualifikation für unser Vorhaben sicher zu stellen. Es ist vorgesehen, dass sämtliche Mitarbeiter unserer Abteilung die 3-jährige Weiterbildung in fortlaufendem Zyklus absolvieren.
Durch die Teilnahme von Kollegen aus dem komplementären Bereich findet bereits eine engere Vernetzung statt. Darüber hinaus pflegen wir seit 2006 Kontakte zu psychiatrisch tätigen Gruppen in Skandinavien, die in der Methode des Need-Adapted-Treatment langjährige Erfahrung gesammelt haben.
Bei der momentanen deutschen Finanzierungsstruktur erscheint uns die Umsetzung unseres Modells äußerst schwierig. Unseres Erachtens bietet das Modell des Regionalbudgets, mit dem in verschiedenen Regionen Deutschlands bereits gute Erfahrungen gemacht werden konnten, die beste Möglichkeit der Finanzierung. Erste Sondierungsgespräche mit den Krankenkassen finden bereits statt. Die wissenschaftliche Begleitung und Evaluation der neuen Behandlungsform ist vorgesehen.
Verein für die Belange psychisch Erkrankter in der Region Nauen
Der Verein wurde 1999 auf Initiative der Mitarbeiter der Klinik Nauen und Trägern der gemeindenahen psychiatrischen Versorgung im Havelland gegründet. Patienten hatten den Wunsch, außerhalb der Klinik einen Treffpunkt aufzusuchen. „Lichtblick e.V.“ hat in Nauen ein kleines Ladenlokal angemietet. Hier konnte man sich treffen, kreativ tätig werden und sich nach Bedarf beraten lassen. 2003 übernahm der Verein die Aufgabe, eine Kontakt- und Beratungsstelle mit einem niederschwelligen Angebot aufzubauen. Die Beratungsstelle wurde im Laufe der Zeit durch das vielfältige Angebot so gut angenommen, dass sich die Räumlichkeiten vergrößern mussten.
So erreichen Sie den Verein Lichtblick e. V.:
Lichtblick e. V.
Hertefelder Str. 11a
14641 Nauen
E-Mail: lichtblick.nauen@freenet.de
Homepage: www.lichtblick-havelland.de
Der Verein ist ein wichtiger Bestandteil der gemeindenahen psychiatrischen Versorgung im Landkreis Havelland. „Lichtblick e. V.“ ist aktives Mitglied in der Psychosozialen Arbeitsgemeinschaft im Landkreis Havelland.
Vereinsgeschichte:
| 1999 | Gründung | |
| 2001 | wurde in der Kirchstraße ein Ladenlokal angemietet, um dort weitgehend in Selbsthilfe unter Mitarbeit engagierter Patienten einen "Treffpunkt" zu schaffen, der bald stark frequentiert war. | |
2003 |
erhielt der Verein einen Förderbescheid des Landes zum Aufbau einer Kontakt- und Beratungsstelle für psychisch Kranke, wie es sie bis dorthin im Landkreis nicht gab. | |
| 2004 | stellte die Stadt gegen einen angemessenen Mietpreis das Gebäude in der Hertefelder Straße zur Verfügung, das im 1. Halbjahr 2005 in Eigenregie renoviert und instand gesetzt wurde. | |
| 2005 | im Juni erhielt der Verein vom Landkreis den Auftrag, ein Betreuungsangebot für ALG II-Bezieher aufzubauen. Seit Juli wird der Verein aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds gefördert, um speziell psychisch Kranken nach längeren Behandlungsphasen eine Arbeitserprobung mit dem Ziel des Wiedereinstiegs zu ermöglichen. Psychosoziale Betreuung von langzeitarbeitslosen Menschen in der Region um Nauen im Auftrag des Landkreis Havelland. Aufbau einer eigenen Bibliothek, die kostenlos genutzt werden kann. |
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| 2006 | Erstes Vereinsfahrzeug; jetzt sind wir mobiler und können eigene Ausflüge starten. | |
| 2007 | Aus Spendenmitteln kann das Vereinsdach saniert werden, mehrere Selbsthilfegruppen etablieren sich neu, der Nutzerbeirat wird gegründet. | |
| 2008 | Der Verein ist ein wichtiger Baustein der „VISION 2010“ - Neuausrichtung der psychiatrischen Versorgung im Havelland. In Kooperation mit dem ILZ Havelland (ARGE) Schaffung einer MAE für acht Personen mit psychischen Beeinträchtigungen. Planung einer Krisenpension in Nauen. |
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| 2009 | Im Mai wird die Krisenpension in Nauen eröffnet. Eine engere Kooperation mit dem Jugendhof Berge im Rahmen eines Arbeitsprojekts wurde etabliert. |
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| 2010 | Eine Kontakt- und Beratungsstelle in Falkensee ist im Aufbau. Sie befindet sich im EKZ in der Adlerstrasse. |
Konzeption für ein Beratungsmodell gemäß § 28 SBG VIII
Gemäß der Satzung dient der Verein folgenden Zwecken:
- Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben mit dem Ziel, Vorurteile gegenüber psychisch Kranken abzubauen.
- Psychisch Kranke darin zu unterstützen, ein menschenwürdiges und sozial akzeptiertes Leben zu führen.
- Moderne und patientenorientierte Behandlungs- und Betreuungsmethoden zu fördern.
- Projekte zu schaffen und zu fördern, die dem sozialen Bereich und Arbeitsbereich der Integration psychisch Kranker dienen.
- Ergotherapie anzubieten.
- Mit allen zu kooperieren, die im psychosozialen Bereich tätig sind.
Nachdem der Verein sich in den ersten Jahren seines Bestehens zum Ziel gemacht hatte, Selbsthilfe im Bereich psychisch Kranker zu fördern und dazu in einem kleinen Ladenlokal zentral in der Stadt Nauen einen "Treffpunkt" betrieb, wurde er im Jahre 2003 Träger einer Kontakt- und Beratungsstelle für psychisch Kranke, die vom Land Brandenburg sowie dem Landkreis Havelland gefördert wird. Deren sehr erfolgreiche Arbeit machte es bald nötig, großzügigere Räume für die zunehmenden Aktivitäten zur Verfügung zu stellen.
Dies führte dazu, dass von der Stadt Nauen ein bislang leerstehendes Gebäude angemietet und überwiegend in Selbsthilfe "wohnbar" gemacht wurde. Zusätzlich wurde der Verein Träger eines Projektes zur Schaffung eines Beratungs- und Betreuungsangebotes für Langzeitarbeitslose. Daneben erhält der Verein ebenfalls Fördergelder, die über den Märkischen Sozialverein e.V. verteilt werden zur "Förderung der Arbeitserprobung psychisch kranker Menschen". In der Kontakt- und Beratungsstelle ist eine Sozialarbeiterin beschäftigt.
Die Betreuung Langzeitarbeitsloser hat mit einer halben Stelle eine Heilpädagogin übernommen. Damit kümmern die sich im Verein angesiedelten Projekte um Problemgruppen, die üblicherweise einen hohen Beratungsbedarf mit sich bringen. Immer wieder sind auch Kinder involviert. Wir legen daher besonderen Wert darauf, verhaltensauffällige Kinder und ihre Eltern/Erziehungsberechtigten in die Angebote der Beratungsstelle zu integrieren. So wollen wir gemäß § 28 SBG VIII ihnen bei der Klärung und Bewältigung individueller und familienbezogener Probleme zur Seite stehen.
Wir beraten sie bei der Lösung von Erziehungsfragen sowie in Fällen von Trennung und Scheidung. Dazu bieten wir die nötige Vielfalt unterschiedlicher methodischer Ansätze (sozialarbeiterisch, heilpädagogisch und entwicklungspsychologisch). Wir gehen davon aus, dass sich dieses Projekt nahtlos in die bisherigen Behandlungs- und Beratungsaktivitäten einfügt. Die entsprechenden Kapazitäten sind vorhanden.
Neue Mitglieder werden herzlich aufgenommen, neue Ideen sind immer gefragt.
Der jährliche Mitgliedsbetrag beträgt 15 €.
Wer den Verein fördern oder finanziell unterstützen möchte:
Lichtblick e.V., MBS in Potsdam
BLZ 160 500 00, Konto-Nr. 3810011990.
Spendenquittungen werden selbstverständlich ausgestellt.
Krisenpensionen sind in der Lage, Menschen eine "Auszeit" zu gewähren, wenn sie im häuslichen Milieu nicht bleiben können und die Art ihrer Krise einen voll- bzw. teilstationären Aufenthalt in einem psychiatrischen Krankenhaus nicht erfordert. Durch die Krisenpension in Nauen wird das bisherige Angebot an stationären sowie ambulanten Behandlungs- und Hilfemöglichkeiten für psychisch erkrankte Menschen im Landkreis Havelland ergänzt und erweitert.
Die Krisenpension wird von einem multiprofessionellen Behandlerteam in Kombination mit Laienhelfern und Teilnehmern des Arbeitsprojekts vom "Lichtblick e. V." gemeinsam betrieben.
Die Angehörigen der Betroffenen werden beteiligt. Die Krisenpension ist ein Baustein in einer vielfältigen therapeutischen Landschaft. Sie ersetzt bereits bestehende therapeutische Angebote nicht. Das Angebot soll insbesondere diejenigen ansprechen, die einer voll- bzw. teilstationären Behandlung nicht bedürfen oder diese nicht wollen.
Auch erhalten Betroffene Hilfe ohne große organisatorische Hürden oder stigmatisierende Hemmschwellen, wie sie häufig insbesondere beim Kontakt mit der stationären Psychiatrie noch vorhanden sind.
Die Krisenpension ist 24 Stunden an sieben Tagen in der Woche offen und zu nutzen. Der Erstkontakt erfolgt in der Regel telefonisch durch den Betroffenen selbst, Angehörige oder Freunde.
Die Krisenpension ist für bis zu vier Bewohner gedacht und soll bis zu sechs Wochen als alleiniger Aufenthaltsort bzw. als Alternative zur eigenen Wohnung genutzt werden können. Der Erhalt der sozialen Bezüge ist, sofern von den Betroffenen gewünscht, als stabilisierender Faktor zu werten und wird daher aktiv unterstützt. Das heißt auch, dass unter anderem die Fortführung einer Arbeitstätigkeit ohne Probleme möglich ist. Nach Entlassung aus der Krisenpension stehen allen Nutzern die Angebote unserer psychiatrischen Abteilung zur Verfügung, hier sind insbesondere die Psychiatrische Institutsambulanz und der "Lichtblick e.V." zu nennen.
So erreichen Sie uns:
Krisenpension Nauen |
Tel.: 03321 744 07 87 (Herr Steinmüller) |