Dr. med. Peter Thomaßen

Klinik für Geriatrie

Chefarzt
Dr. med. Peter Thomaßen
Facharzt f. Innere Medizin/Klinische Geriatrie/Palliativmedizin

Tel:         03385  555-3104 / Sekretariat: - 555-3100
Fax:        03385  555-3109
Email:    peter.thomassen@havelland-kliniken.de


Havelland Kliniken GmbH - Klinik Rathenow  •  Forststraße 45  •  14712 Rathenow


Geriatrie bedeutet Altersheilkunde und verfolgt einen ganzheitlichen „integrativen“ Behandlungsansatz. Unserem Behandlungsteam, das von einem erfahrenen Facharzt mit Zusatzqualifikation geleitet wird, gehören deshalb neben geschultem Pflegepersonal Ergo-, Physio- und Sprachtherapeutinnen, ein Psychologe sowie eine Sozialarbeiterin an. Allen gemein ist die Bereitschaft, sich des im Alter, aber auch am Alter, erkrankten Menschen besonders anzunehmen. Man bemüht sich also besonders um ältere und betagte Patienten sowie um solche, die an typischen Erkrankungen des höheren Lebensalters leiden. Dabei spielt das Erkennen und Behandeln von Multimorbidität - der gleichzeitigen Anwesenheit verschiedener Krankheits- oder Beeinträchtigungszustände, die oft die Grenzen der traditionellen Gebiete der Medizin überschreiten - eine besondere Rolle.

Neben der Heilung bzw. Besserung von Krankheitserscheinungen ist ein ebenso wichtiges Behandlungsziel die Erhaltung oder Wiederherstellung größtmöglicher Selbstständigkeit und der Fähigkeit zu selbstbestimmter Lebensführung, die besonders der ältere Patient zu verlieren droht. Damit gehört zur Geriatrie über die medizinische Behandlung hinaus immer die besonders auf Aktivierung ausgerichtete Pflege und die an den unterschiedlichen Erfordernissen des Patienten ausgerichtete Frührehabilitation. Durch Verbesserung der „Funktionalität“, d.h. der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit sowie der Alltagstauglichkeit, wird Pflegebedürftigkeit verhindert oder vermindert und Lebensqualität erhalten.

Team

Pflegeabteilungsleiterin

Ursel Krämer

Ursula Krämer

Sekretariat

Kathrin Utasi

Kathrin Utasi
Tel: 03385   555-3100

Anmeldung in der Geriatrie
Leistungsprofil

In der Geriatrie behandelte Erkrankungen und Fähigkeitsstörungen

Am Anfang jeder Behandlung steht das geriatrische Assessment, die umfassende klinisch – geriatrische Eingangsuntersuchung, die den Gesamtzustand des Patienten erfasst:

- Akute, chronische und miteinander vergesellschaftete (Multimorbidität erzeugende) Gesundheitsstörungen

- Einbußen bei der Beweglichkeit, der Alltagsbewältigung, der Kommunikation und der geistig-seelischen Leistungsfähigkeit

- Probleme des sozialen Umfeldes

 

- Schlaganfall (mit Lähmung, Sprach-, Schluck-, Orientierungsstörung oder Verlust von Selbstständigkeit)

- Parkinson-Krankheit

- Gebrechlichkeit

- Gangstörungen / häufige Stürze

- Schwindel

- Hirnleistungsstörungen

- akute Erkrankung mit / bei Verwirrtheit

- Depression / Antriebsstörung

- Ernährungsstörungen

- Kontinenzprobleme

- chronische Schmerzen und Wunden

- Nervenlähmungen

- Erkrankungen des Skeletts und Bewegungsapparates
(Osteoporose, Arthrose, rheumatische Erkrankungen, Rückenleiden)

- Folgezustände nach Operation / Knochenbruch

- zögerliche Erholung (Rekonvaleszenz) nach schwerer Erkrankung

Gebrechlichlkeit

Physiotherapie Geriatrie

Am Anfang der Behandlung in der geriatrischen Klinik steht die Diagnostik mit allen technischen Möglichkeiten der modernen Medizin im Akutkrankenhaus, die sich allerdings auf schonende Weise an die erhöhte Empfindlichkeit des älteren Menschen und die eingeschränkte Belastbarkeit seines Organismus anpasst.

Eine Besonderheit der Geriatrie stellt die Behandlung im multiprofessionellen therapeutischen Team aus Arzt, geschultem Pflegepersonal, Ergotherapie, Krankengymnastik, Psychologie und Sozialarbeit dar. Über die ärztliche Diagnostik des Gesundheitszustands hinaus machen sich die Mitglieder dieses Teams je nach dem persönlichen Bedarf des Patienten ein Bild von seiner Beweglichkeit (Mobilität und Stabilität), seiner Selbstständigkeit (Alltagskompetenz), seiner Gestimmtheit und geistigen Leistungsfähigkeit (Kognition) und seiner sozialen Einbindung. Auf dem Ergebnis dieser gemeinsamen Untersuchung (Assessment) baut ein individueller Therapieplan auf, der in den ärztlichen Visiten und in regelmäßig stattfindenden Beratungen des Teams überprüft und der Entwicklung des Patienten gemeinsam flexibel angepasst wird. Oberstes Ziel aller Bemühungen ist der Erhalt oder die Verbesserung der „Funktionalität“ des Patienten, d.h. seiner körperlichen und geistig-seelischen Leistungs-fähigkeit und Alltagstauglichkeit, die Vermeidung oder Verminderung von Pflegebedürftigkeit und die Schaffung größtmöglicher Lebensqualität.
Medizinische Behandlung und Frührehabilitation gehen somit parallel. Dabei werden die Angehörigen in den Behandlungsprozess einbezogen und frühzeitig die angemessene Weiterversorgung des Patienten nach Abschluss der stationären Behandlung in die Planungen einbezogen.

Sind diese Möglichkeiten der Hilfe ausgeschöpft, gehört zur Behandlung durch das geriatrische Team am Ende des Lebens die angemessene Versorgung des Patienten im Sinne der Palliativmedizin.

Die therapeutischen Disziplinen im geriatrischen Team

Physiotherapie / Physikalische Therapie in der Geriatrie

In unserem Haus kommen Behandlungsverfahren aus der Physiotherapie und der Physikalischen Therapie gleichermaßen zum Einsatz. Beides sind Sammelbegriffe für eine Vielzahl unterschiedlicher Therapieverfahren, die alle ein Ziel verfolgen: die Wiederherstellung von natürlichen Körperfunktionen.

Physiotherapie und Physikalische Therapie in der Geriatrie

In der Physiotherapie wird mit unterschiedlichen Methoden an der Erhaltung, der Verbesserung bzw. der Wiederherstellung von „Mobilität“, als Grundfähigkeit des Lebens, gearbeitet. Ob nach einem Knochenbruch, dem Einsetzen eines neuen Hüft- oder Kniegelenkes, bei Beschwerden an der Wirbelsäule, nach einem Schlaganfall oder anderen Erkrankungen, die mit einem Verlust an Mobilität einher-gehen, sorgen unsere erfahrenen Physiotherapeuten durch individuelle Übungsprogramme für eine bestmögliche Wiederherstellung der beeinträchtigten Körperfunktionen. Um Ihre Genesung aktiv zu unterstützen, können wir auf ein breites Spektrum von krankengymnastischen Behandlungsmethoden zurückgreifen.

 

Die Physikalische Therapie beschreibt die Behandlung mit physikalischen (natürlichen) Mitteln. Wasser, Wärme, Kälte, Massage oder Elektrizität wirken über die „Angriffsfläche“ Haut in ganz unterschiedlicher Weise und unterstützen oder ergänzen die Maßnahmen der Physiotherapie. Auch in der Physikalischen Therapie können wir verschiedene Behandlungsmethoden an-bieten.

 

Ergotherapie

Im Vordergrund der ergotherapeutischen Behandlung steht das Bestreben, eine größtmögliche Selbstständigkeit in allen Bereichen des täglichen Lebens zu erreichen.

Die Beweglichkeit soll wiederhergestellt, die Muskulatur gekräftigt, die Geschicklichkeit, die Koordination und das Gleichgewicht trainiert werden. Orientierungs-, Konzentrations- und Erinnerungsstörungen werden behandelt. Alltagsaktivitäten wie das An- und Ausziehen, Körperpflege und alle Hausarbeiten werden trainiert.

Die Behandlung in der Ergotherapie basiert auf verschiedenen Konzepten bzw. Methoden. z.B.:

- Neurologische Entwicklungsbe-handlung / Bobath-Konzept

- Kognitiv-therapeutische Therapie / Perfetti

- Neurotherapeutische Behandlung nach dem Johnstone-Konzept

 

Therapieangebote:

- Sensomotorisch/perzeptive Behandlung

- Neuropsychologische Therapie

- Hirnleistungstraining

- Orientierungstraining

- Beratung und Training im Gebrauch von Hilfsmitteln, deren Herstellung und Anpassung, Selbsthilfetraining

- Gelenkschutz

Physiotherapie

 

Sprachtherapie

Ursache für Sprach- und Sprechstörungen ist eine Hirnschädigung, oft ein Schlaganfall. Patienten mit Sprachstörung haben Schwierigkeiten mit der Planung ihrer Sprache, beim Verstehen sowie beim Lesen und Schreiben.
Erhalten sind trotz der Verständigungs-schwierigkeiten die geistigen Fähigkeiten.
Früher Therapiebeginn nach ausführlicher Diagnostik zeigt die größten Erfolge; doch auch nach Jahren sind Verbesserungen noch möglich. Eine Angehörigenberatung begleitet die Therapie, da sich durch die Erkrankung für Betroffene und ihr Umfeld oft das ganze Leben verändert und eine neue Lebensform gefunden werden muss.

Angehörigenberatung

 

Wir behandeln:

Aphasien (Sprachstörung oder -Verlust)

Eine Aphasie ist eine unterschiedlich schwere erworbene Sprachstörung. Häufig sind alle Bereiche der Sprache betroffen (Sprechen, Verstehen, Lesen, Schreiben).
Die Therapie will bestmögliche sprachliche Verständigung erreichen; u.U. müssen alternative Kommunikationsstrategien entwickelt werden.

 

Dysarthrophonien (Kombination aus Störungen in den Bereichen Atmung, Artikulation, Stimmgebung)

Diese führen in Kombination mit einer Aphasie oder allein zu undeutlicher Sprache. Der Sprechvorgang, d.h., Atmung, Stimmgebung, Artikulation und Sprechmelodie, sind gestört durch Fehlfunktion der Sprechmuskulatur. Gezielte Übungen besseren die Verständlichkeit.

 

Gesichtslähmungen / Schluckstörungen

Sind davon Muskeln betroffen, die für die Mimik oder das Schlucken nötig sind, verändert sich der Gesichtsausdruck, große Schwierigkeiten beim Essen und Trinken können auftreten. Durch manuelle Stimulation in Mund und Gesicht werden normale Bewegungsmuster angebahnt, das muskuläre Gleichgewicht gefördert und die Wiederherstellung des normalen Schluckvorgangs unterstützt.

Sozialdienst in der Geriatrie

Ein besonderes Arbeitsfeld ist die soziale Arbeit in der Geriatrie.

 

Der Sozialdienst der Klinik Rathenow berät Sie und auch Ihre Angehörigen gerne bei:

- der Bewältigung persönlicher Probleme

- wirtschaftlichen und finanziellen Sorgen

- behördlichen Angelegenheiten

- Einleitung von Hilfen zur sozialen Eingliederung

- der Vermittlung ambulanter häuslicher Pflegedienste, sowie mobiler Versorgungsdienste

- Fragen zur Pflegeversicherung

- der Suche und Vermittlung geeigneter Einrichtungen zur vorübergehenden bzw. dauerhaften Pflegeversorgung

- evtl. Beantragung von Rehabilitation

- Beschaffung von Hilfsmitteln

- Betreuungsangelegenheiten

 

Die Ärzte und das Pflegepersonal der Klinik sorgen gerne für ein vertrauliches Gespräch mit dem Sozialdienst.

Ihre Ansprechpartnerin:

Ulrike Leder

Ulrike Leder
Dipl.Sozialarbeiterin / Dipl.Sozialpädagogin
Tel:  03385 555-3011

Klinik Spezial

Geriatrische Tagesklinik

Am 02.02.2009 wurde in der Klinik Rathenow, zunächst als Bestandteil der Medizinischen Klinik, die Geriatrische Abteilung eröffnet. Sie umfasste 20 Betten und war damit, gemessen am Anfall älterer Patienten mit Behandlungsbedarf entsprechend geriatrischen Prinzipien, eigentlich von Beginn an unterdimensioniert. Im September 2009 folgte die Aufnahme der Geriatrie als eigenständige Klinik in den Landeskrankenhausplan, zum 01.07.2011 ihre Erweiterung auf 32 Betten.

Als nächste Stufe im Rahmen der Maßnahmen zur Anpassung an die demografische Entwicklung im Landkreis Havelland öffnet nun am 01.02.2012 die Geriatrische Tagesklinik ihre Pforten. Sie erweitert das diagnostische und therapeutische Angebot der Geriatrischen Klinik und folgt damit dem Geriatriekonzept des Landes Brandenburg.

An der Schnittstelle zwischen ambulanter und stationärer Versorgung schließt die Geriatrische Tagesklinik eine Lücke für die Patienten, die nicht oder nicht mehr unbedingt vollstationärer Behandlung bedürfen. Dies sind insbesondere diejenigen, welche, ggf. trotz Vorhandenseins professioneller ambulanter Pflege-Hilfen, nicht im gewünschten Maße mit zumutbarem (Zeit-) Aufwand ambulant zu behandeln und zu untersuchen sind. Die Geriatrische Tagesklinik soll helfen, einen vollstationären Krankenhausaufenthalt zu verkürzen oder gar zu vermeiden. Dazu bietet sie eine sonst kaum erreichbare Dichte zielgerichteter Möglichkeiten, vorgehalten während eines ganzen „Arbeitstages“. Der Patienten verbleibt so quasi in seinem Alltagsumfeld, doch wird sein soziales Netz durch die ergänzende Betreuung in der Tagesklinik entlastet.

 

Gründe für die Aufnahme älterer Patienten in die Geriatrische Tagesklinik sind:

- Wohnortnahe abgestufte Fortführung der therapeutischen Maßnahmen nach Akutbehandlung und Frührehabilitation

- Verschlechterung von Mobilität und Selbstständigkeit oder Selbsthilfefähigkeit

- Abklärung und Behandlung neu aufgetretener Gesundheitsprobleme

- Notwendigkeit der therapeutischen Neueinstellung bestehender Krankheitszustände

 

Ausgestattet mit allen Möglichkeiten des Fachkrankenhauses bietet
die Geriatrische Tagesklinik über ärztliche Diagnostik und Therapie hinaus
je nach festgestelltem Erfordernis:

- Aktivierung und Anleitung durch das Pflegepersonal

- Physiotherapie/Physikalische Therapie

- Ergotherapie

- Neuropsychologische Therapie

- Entspannungstraining

- Hilfsmittelberatung und -beschaffung

- Sprach- und Schlucktherapie

- Ernährungsberatung

- Hilfe bei der Gestaltung des sozialen Umfeldes

- Sicherung der Nachsorge durch Beratung von Angehörigen

Die Patienten halten sich in der Geriatrischen Tagesklinik
montags bis freitags von etwa 8:00 Uhr bis 15:30 Uhr
auf.

Die Behandlungsmaßnahmen finden, angepasst an die individuellen Erfordernisse, in Einzel- und Gruppentherapie statt. Der Transport erfolgt durch einen kundigen Fahrdienst, bei Bedarf ist nach vorheriger Anmeldung Rollstuhl- und Treppentransport möglich. Die Patienten sollten vor dem Transport gefrühstückt haben. Sie erhalten Getränke und eine Mittagsmahlzeit und werden während der Dauer der tagesklinischen Behandlung, auch für die Wochenenden, mit allen notwendigen Medikamenten versehen.

Bedingung für die Aufnahme in der Geriatrischen Tagesklinik ist ausreichende Selbstständigkeit der Patienten im häuslichen Umfeld oder die effektive Versorgung durch Angehörige und/oder einen Hilfsdienst außerhalb der Tagesklinikzeiten.

Für die Aufnahme in die Geriatrische Tagesklinik benötigt der Patient Ihre Krankenhauseinweisung, auf der neben der Einweisungsdiagnose als „geeignete Klinik“ die „geriatrische Tagesklinik“ angegeben sein sollte.

Telefonische Terminabsprache zur Aufnahme ist möglich
über das Sekretariat der Klinik für Geriatrie, Tel. 03385-5553100.