Notfallsanitäter

Ausbildung von Notfallsanitätern unter Dach und Fach

Kooperationsvertrag zwischen Rettungsdienst Havelland und Akademie der Gesundheit Berlin / Brandenburg e.V. geschlossen

Die Einführung des Notfallsanitäters ist ein Beitrag zur überfälligen Gleichstellung von Berufsbildern des Rettungsdienstes mit anderen Berufsbildern der Gesundheitspflege. Die Anforderungen an Retterinnen und Retter steigen - qualitativ wie quantitativ: Das zunehmende Alter der Patienten führt zu komplexer werdenden Notfallsituationen und einem Anstieg der Einsatzzahlen. Notfallsanitäter absolvieren eine dreijährige umfassende Ausbildung zu der 2000 Stunden Theorie, 2000 Stunden Praxis im Rettungsdienst und 700 Stunden Praktikum in einer Klinik gehören.

Die ersten Notfallsanitäter gibt es bereits im Rettungsdienst Havelland (RHG). Um nun die weitere Ausbildung sicher und auf gleichbleibend hohem Niveau bis 2021 planen zu können, wenn das neue Notfallsanitätergesetz umgesetzt sein muss, hat die RHG mit der Akademie für die Gesundheit Berlin/Brandenburg einen entsprechenden Kooperationsvertrag geschlossen. In der Akademie, zu welcher auch die Landesrettungsschule mit Sitz in Bad Saarow gehört, stehen 80 versierte Medizinpädagogen als Ausbilder zur Verfügung. Vereinbart hat die RHG drei Module der Aus- und Weiterbildung.

 

Immatrikulation der ersten Notfallsanitäter-Azubis

Azubis Notfallsanitäter

Es ist so weit. Brandenburgs erste Auszubildende für den Beruf des Notfallsanitäters gehen an den Start. Mit ihnen auch drei aus dem havelländischen Rettungsdienst. Liza-Marie Mielczarek, Dietmar Höfeler und David Pokraka haben sich in einem anspruchsvollen Assessment von nahezu 80 Bewerbern durchgesetzt. Bevor es nun am 05. Oktober ernst wird und der Unterricht an der Landesrettungsschule beginnt, lernen die Azubis in der Einführungswoche die Strukturen des Rettungsdienstes kennen. Unter anderem absolvieren sie Kurse in:
    - Erste Hilfe
    - Hygiene
    - Datenschutz
    - Arbeitsschutz
    - Berufsrecht

Notfallsanitäter – Ein neues Berufsbild im Rettungsdienst

„Es war nicht ohne“, seufzt Roy Strupat nach erfolgreich bestandener Ergänzungsprüfung zum Notfallsanitäter und bringt damit den hohen Anspruch, den die Prüfungskommission erhoben hat, zum Ausdruck. Der Rettungswachenleiter aus Rathenow hatte sich zuvor gemeinsam mit zwei weiteren Kollegen der RHG entschieden, sich der ersten Prüfung dieser Art im Land Brandenburg zu stellen. Jetzt gehört er zu den ersten 17 Notfallsanitätern im Land und ist sichtlich stolz darauf.

Berufsbild Notfallsanitäter

Tatsächlich beginnt mit der Ausbildung zum Notfallsanitäter eine neue Ära in der Berufspolitik des Rettungsdienstes, die endlich eine Gleichstellung mit anderen Berufsbildern der Gesundheitspflege bedeutet. Aufgrund der steigenden Anzahl pflegebedürftiger Menschen werden sich in Zukunft die Anforderungen an die Retterinnen und Retter in qualitativer und quantitativer Hinsicht erhöhen. Das zunehmende Alter der Patienten führt zu komplexer werdenden Notfallsituationen, einem Anstieg der Einsatzzahlen sowie der Veränderung von Krankheitsbildern der Hilfesuchenden. Vor dem Hintergrund dieser veränderten Rahmenbedingungen ist die Schaffung des neuen Berufsbildes Notfallsanitäter notwendig geworden, um den Anforderungen eines zukunftsorientierten, leistungsstarken Rettungswesens gerecht zu werden. Sie werden die Notärzte nicht ersetzen, aber die Versorgung der Patienten bis zu deren Eintreffen deutlich verbessern können. Die umfassende präklinische notfallmedizinische Versorgung wird durch den Einsatz der Notfallsanitäter so zeitnäher möglich sein. Auch der Einsatz von Notfallsanitätern in Notfallversorgungen bzw. Rettungsstellen der Kliniken wäre sinnvoll. Im Team mit Ärzten und Krankenpflegekräften können sie einen wichtigen Beitrag zur Steigerung der Versorgungsqualität von Notfallpatienten leisten.

Mittlerweile wird die Ausbildung zum Notfallsanitäter an zwei Schulen im Land Brandenburg angeboten. Die Landesrettungsschule in Bad Saarow hat die Vorgaben des am 01.01.2014 in Kraft getretenen Notfallsanitätergesetzes (NotSanG) rasch umgesetzt und ist damit Vorreiter in der Region. Für Schulleiter Jürgen Wabnik stellt wegen der zunehmenden Professionalisierung in der präklinischen notfallmedizinischen Versorgung das neu geschaffene Berufsbild eine erhebliche Aufwertung innerhalb der Rettungsberufe dar. Genau aus diesem Grund hat sich die Mehrzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Rettungsdienstes entschlossen, in den nächsten Jahren die Qualifizierung zum Notfallsanitäter zu absolvieren. Dazu hat die Rettungsdienst Havelland GmbH (RHG) ihr Personalentwicklungskonzept weiterentwickelt. Sie setzt den bereits vor zwei Jahren begonnenen Weg der dreijährigen Rettungsdienstausbildung unter den neuen gesetzlichen Regelungen konsequent fort. Das aktuelle Konzept regelt unter anderem die Abfolge der zu beschickenden Kursangebote. Danach werden bis zum Jahr 2020 ca. 70 Rettungsassistenten/-innen eine Ergänzungsqualifizierung absolviert haben. Knapp die Hälfte dieser Mitarbeiter kann eine mindestens fünfjährige Berufspraxis nachweisen und braucht sich lediglich jeweils einer mündlichen und einer praktischen Prüfung stellen. Für Matthias Stebahne war es jedoch wichtig, den angebotenen Vorbereitungskurs an der Landesrettungsschule in Anspruch zu nehmen. Jetzt weiß der frisch gebackene Notfallsanitäter, worauf es ankommt und kann seine Erkenntnisse an die Nachfolger weitergeben. „Das ist auch das Ziel des Fortbildungsmanagements für die kommenden Jahre“, betont der Rettungsdienstausbilder aus Nauen. „Wir werden regelmäßig Workshops zu prüfungsrelevanten Themen, ergänzt um E-Learning-Angebote, ins Fortbildungskonzept mit aufnehmen.“ Auch auf das Training praktischer Prüfungselemente hat sich die RHG bestens vorbereitet. Den Trauma-Trainern Rayk Sommer und Marco Lehmann stehen eine Reihe von hochmodernen Übungsphantomen zur Verfügung, die für die Prüfungsvorbereitung genutzt werden können.

Rettungsassistenten mit weniger als fünf Jahren Berufserfahrung haben die Möglichkeit, sich entweder einer kompletten staatlichen Prüfung zu unterziehen oder einen Ergänzungslehrgang im Umfang von 480 bis 960 Stunden zu absolvieren, wozu dann auch ein Klinikpraktikum gehört. Die Berufsausbildung zukünftiger Notfallsanitäter stellt nicht nur für den Rettungsdienst eine große Herausforderung dar. Auch die Kliniken müssen Voraussetzungen zum Gelingen einer erfolgreichen Ausbildung schaffen. Dazu gehört unter anderem die Bereitstellung ärztlicher und nichtärztlicher Praxisanleiter. Die Havelland Kliniken Unternehmensgruppe ist dafür optimal aufgestellt.

Ausbildung

Unsere Rettungswachen in Rathenow, Nauen und Falkensee fungieren als Ausbildungspartner der Rettungsdienstschulen und  sind vom Gesundheitsministerium des Landes Brandenburg als praktische Ausbildungsstätte für Rettungsassistenten anerkannt.

 

Wir vermitteln den Praktikantinnen und Praktikanten wichtige Grundlagen in folgenden Praxis-Bereichen:

- Allgemeine medizinische Grundlagen (Anatomie, Physiologie/ allgemeine Krankheitslehre)

- Pharmakologische Grundlagen und spezielle Notfallmedikation

- Hygiene

- Allgemeine und spezielle Notfallmedizin

- Organisation und Einsatztaktik

- Berufs- und Gesetzeskunde

- Begleiten von Krankentransporten und Notfalleinsätzen

 

Notfallsanitäter/ -in

Ausbildung Rettungsdienst

Ausbildungsvoraussetzungen

1. gesundheitliche Eignung zur Ausübung des Berufs (ärztliches Zeugnis)

2. Vollendung des 18. Lebensjahres

3. Abitur, Realschulabschluss oder eine gleichwertige, abgeschlossene Schulbildung oder

4. Hauptschulabschluss oder eine gleichwertige Schulbildung zusammen mit einer erfolgreich abgeschlossenen Berufsausbildung mit einer vorgesehenen Ausbildungsdauer von mindestens 2 Jahren

5. kompletter Impfstatus (Vorlage Impfausweis)

6. Polizeiliches Führungszeugnis (nicht älter als 6 Monate)

7. Führerschein Klasse B

Ausbildungsort, -inhalt, -dauer und -beginn

Praktische Ausbildung:
Rettungsdienst Havelland mit den Standorten Rathenow, Nauen und Falkensee
Theoretische Ausbildung:
Akademie der Gesundheit Berlin-Brandenburg e.V.
Campus Landesrettungsschule in Bad Saarow
Ausbildungsinhalt:
- allgemeine medizinische und
  anatomische Grundlagen
- Diagnostik, Krankheitslehre, spezielle Notfallmedizin
- Rettungs- und Transporttechniken
- pflegerische Betreuung im Rettungsdienst
- psychologische Grundlagen
- Pharmakologie
- Funkausbildung
- Recht
- Ausbildung in Notfallkompetenz
Ausbildungsdauer:
3 Jahre inkl. Klinik- und Rettungswachenpraktikum

Flyer Rettungssanitäter / -in

Wir freuen uns auf Ihr Interesse!

Post:     Havelland Kliniken GmbH
              Personalmanagement
              Ketziner Str. 19 · 14641 Nauen
Email:    bewerbungen@havelland-kliniken.de




Flyer [download als PDF]

Vorhaben/Projekte

- Qualitätszertifizierung nach KTQ
Die Rettungsdienst Havelland GmbH hat sich der externen Qualitätszertifizierung nach KTQ erfolgreich gestellt. Vom 22.-25. April 2013 fand die sogenannte Fremdvisitation statt, in der u.a. die Organisation und Abläufe des Rettungsdienstes, die personelle Ausstattung sowie die Ausstattung von Fahrzeugen und Wachen auf den Prüfstand gestellt wurden. Zwei Visitoren haben im Rahmen von Vorortbesichtigungen im Gespräch mit den Mitarbeitern und in sogenannten kollegialen Dialogen mit Führungskräften und Mitarbeitern das Qualitätsmanagementsystem geprüft und bewertet. Mit einer Gesamtbewertung von 66% wurde das KTQ Gütesiegel im Juni von der KTQ GmbH verliehen. Vorangegangen war die Vorbereitung der Zertifizierung in Form von Überprüfung, Festlegung und Standardisierung von Prozessen und Erstellung des Selbstbewertungsberichtes. Der kurze Vorbereitungszeitraum von nur 18 Monaten verlangte allen - beteiligt waren neben der Geschäftsführung und den leitenden Notärzten die Einsatz- und Wachenleiter, Verwaltungsleiterin, Qualitätsbeauftragte und einige Mitarbeiter des Einsatzdienstes - neben dem Tagesgeschäft ein großes Maß an Einsatz und Durchhaltevermögen ab.

Im Rahmen der Zertifizierung wurde die Teilnahme der RHG am Reanimationsregister sowie am Traumaregister gestartet. Das Risikomanagement wurde durch Einführung eines CIRS (Critical Incident Reporting System) erweitert.

 

- Einführung eines Gesundheitsförderungs- und Fitnessprogrammes
Die Erhaltung der Gesundheit der Mitarbeiter als wesentliche Voraussetzung für die Tätigkeit im Rettungsdienst wird durch die Einführung eines Gesundheitsförderungs- und Fitnessprogrammes unterstützt. Das Angebot von sportlichen Aktivitäten in den Wachen sowie in deren Umfeld wird systematisch geprüft und ausgebaut. Weiterhin wird ein freiwilliges, von den Mitarbeitern individuell gestaltetes Fitnessprogramm mit Wettbewerb zwischen den Rettungswachenbereichen angeboten („1.000-Punkte-Programm“).

Highlights stellen die Teilnahme am Rathenower Notfallcup sowie die Teilnahme am Drachenbootrennen am Wolzensee dar.

 

- Fortbildungsprogramm
Das Fortbildungsprogramm zur Erhaltung und Erweiterung von Kompetenzen sichert ein hohes Niveau der fachlichen Kompetenz der Mitarbeiter. Zu den Pflichtveranstaltungen gehören:

Reanimationstraining

Blockpraktikum Klinik

Verkehrsrecht

Fahrsicherheitstraining

Datenschutz

Brandschutz

Hygiene

Dynamische Patientensimulation


Die Anforderungen an die Aus- und Fortbildung des eigenen Personals durch das ab 01.01.2014 geltenden Notfallsanitätergesetz wird ein zentrales Thema der Jahre 2014 und folgende werden.

 

- Fahrzeugflottenmanagement
Ein Flottenmanagement über alle Rettungswachen dient dem Ziel der gleichmäßigen Laufleistung und Abnutzung und damit einer Minimierung von Wartungs- und Reparaturkosten. 2012 und 2013 wurden jeweils 3 neue Rettungstransportwagen und 1 neues Notfalleinsatzfahrzeug in Betrieb genommen.

 

- Optimierung der Wachenstandorte
Ein Konzept über die Standard-Raumplanung und –Ausstattung von Rettungswachen wurde anhand der dafür vorhandenen Regelwerken und Empfehlungen ausgearbeitet. Dieses sichert die optimalen Bedingungen für alle organisatorischen Abläufe sowie im Hinblick auf die Einhaltung der notwendigen arbeitsschutztechnsichen Voraussetzungen. Auf dem Prüfstand sind derzeit die Wachenstandorte Brieselang und Stechow.

 

- Beteiligung am Katastrophenschutz und Förderung des Ehrenamtes
Die Mitarbeiter der RHG besetzen im Bedarfsfall bis zu 5 Fahrzeuge des Katastrophenschutzes. Die Intensivierung der strategischen Kooperationen mit dem Brand- und Katastrophenschutz sowie der Polizei wird in 2013 fortgeführt. Die Vorgaben der Gefahrenabwehr der Havelland Kliniken GmbH werden von der RHG unterstützt und begleitet (Notfallmanagement, Reanimationsübungen, Multiplikatorenausbildung). Darüber hinaus werden die Mitarbeiter motiviert, ihre ehrenamtlichen Tätigkeiten in Freiwilligen Feuerwehren, Hilfsorganisationen und Wasserrettung fortzusetzen.

 

- Kooperationen
Die Kooperation innerhalb der Unternehmensgruppe wird insbesondere in den Bereichen Fort- und Ausbildung, Notfallmanagement an der Schnittstelle Rettungsdienst - Notfallaufnahme sowie Qualitätsmanagement forciert. Gemeinsam mit der Klinik für Innere Medizin werden die Bedingungen für die Versorgung von Patienten mit Akutem Koronarsyndrom optimiert. Schwerpunkt des diesjährigen Notfalltages als Fortbildungsveranstaltung für Mitarbeiter in Einrichtungen des Gesundheitswesens im Landkreis Havelland ist das ebenfalls das Thema „Herz“. Die Übergabe der Patienten vom Rettungsdienst an die Notfallversorgungen der Havelland Kliniken GmbH erfolgt nach einem standardisierten Ablaufschema, das für die Mitarbeiter beider Einrichtungen gilt. Die in den Kliniken durchgeführte Patientenbefragung wurde um Fragen zum Rettungsdienst erweitert.

Die bestehende Kooperation im Rahmen der Sicherheitsrunde des Landkreises Havelland wird fortgeführt und intensiviert. In diesem Rahmen finden regelmäßige Beratungen mit Vertretern des Landkreises, der Feuerwehren und der Polizei statt. Ziel ist es, die Optimierung der Einsatzvorbereitung, -lenkung und -abwicklung insbesondere die Schnittstellenoptimierung durch gemeinsame Maßnahmen zu verbessern.

Die Geschäftsführung der RHG hat in 2013 eine Kooperation mit anderen kommunalen Rettungsdiensten im Land Brandenburg initiiert, um einen Austausch zu den gemeinsamen Aufgaben und Problemen bei der Durchführung des Rettungsdienstes vorzunehmen. Die Hauptthemen sind die Aus- und Fortbildung, das Finanzmanagement, das Flottenmanagement, das Beschaffungsmanagement sowie der gegenseitige Unterstützung bei der Umsetzung von Ausfallkonzepten.