22. 09. 2020

Ziehen, drücken, schieben


Das ist eine echte Millimeterarbeit: Die Mitarbeiter von Banzhaf Kranservice, allen voran der Fahrer des Schwerlast-Lkw, leisten ganze Arbeit auf engstem Raum. Ein Baukran wird auf einem Anhängerfahrgestell angeliefert und von der Zugmaschine bergauf zu seinem Standort auf der Baustelle der Notfallaufnahme geschoben. Klar, dass in der Zeit eine Fahrbahn der Hauptzufahrt gesperrt werden muss. Aber nach drei Stunden steht der Kran an seiner vorgesehenen Stelle und wird förmlich „auseinandergefaltet“:
Aus der kompakten Metallmasse auf dem Fahrgestell wird ein kompletter Turmdrehkran, leuchtend gelb, fast 20 m hoch, mit Beton-Gegengewichten und einem filigranen Gitterrohr-Ausleger. Die Auslegerlänge reicht aus, um den gesamten Baustellenbereich zu überstreichen und Lasten bis 3 Tonnen Gewicht zu heben. Damit fällt es der Baufirma URT dann viel leichter als mit Baggereinsatz, Schalungsteile und Bewehrungsstahl auf der Baustelle der neuen Liegendkrankenanfahrt zu bewegen.

Damit man das neue, temporäre Wahrzeichen der Baustelle auch nachts wahrnimmt, wurden extra rote Begrenzungsleuchten an Mast und Ausleger montiert.


10. 09. 2020

Es kommt drauf an, was man draus macht...

Erst mussten bis zu zehn Tonnen schwere Fundament-Klötze aus Beton zerkleinert und entfernt werden, dann wurde Platz geschaffen für den Unterbau der neuen Hallenfundamente. Auf denen kommt die neue Fahrzeughalle der Liegendkrankenvorfahrt zu stehen. Diese „Garage“ wird so groß gebaut, dass drei Rettungswagen gleichzeitig dort wettergeschützt entladen werden können.

Der Unterbau aus insgesamt 18 Kubikmeter Magerbeton sorgt für einen verformungs- und setzungsarmen Untergrund für die nachfolgenden Fundamente. Um den Beton auch ohne einen Kran einbringen zu können, hebt eine sogenannte Betonpumpe den mit Mischfahrzeugen herbeigebrachten Transportbeton über Entfernungen bis zu 25 Metern. Zielgenau kann der Rüssel der Pumpe mit einer Funkfernsteuerung über den Schalungen platziert werden. Der Polier Christian Tursski von der Firma URT sorgt gleich mit der Rüttelflasche für eine gute Verdichtung und Luftblasenfreiheit des eingebauten Betons.


08. 09. 2020

Wer anderen eine Grube gräbt...

Das war schon eine knifflige Aufgabe: Ein fast 5 Meter tiefes Loch herzustellen unmittelbar neben dem Krankenhausgebäude und dann darin einen Kontrollschacht errichten. Das bestehende Schachtbauwerk für die Drainage des Krankenhauses steht an der südwestlichen Gebäudeecke und damit genau dort, wo künftig die Liegendkrankenvorfahrt der Notfallaufnahme errichtet werden soll. Eine einfache Verlängerung des Schachtes wurde vorgeschlagen und wieder verworfen, weil genau an dieser Stelle ein neues Fundament gebaut werden muss. Damit blieb nur der Neubau um rund 3 Meter versetzt.

Um ein Nachrutschen des Erdreichs während des Aushub zu verhindern, wurden Schachtringe aus Stahl in die Erde bis auf die vorgesehene Endtiefe vergraben. Dort hinein konnte der neue Kontroll- und Revisionsschacht aus Beton gebaut werden, die Schachtringe wurden dann bei der Erdverfüllung wieder gezogen. Die ganze Prozedur erinnert stark an das Vorgehen bei einer Blindgängerentschärfung – nur dass es in diesem Fall mit der Drainageleitung ein viel ungefährlicherer Anlass war...


26. 08. 2020

Lange Leitung

Monatelang wurde intensiv geplant, die Bauleistungen wurden ausgeschrieben und das Rohbauunternehmen fängt mit den Arbeiten an – alles wie vorgesehen. Beim Übertragen der Planungen in die Örtlichkeit fällt auf, dass es irgendwo in dem Bereich, wo das Fundament für die Stützwand der neuen Liegendkrankenvorfahrt geplant ist, Leitungen liegen müssen. Die wenigen noch vorhandenen Bestandszeichnungen aus den neunziger Jahren sind vage und ungewiss, vor allem aber ohne Maßangaben. Damals wurden die Verbindungsleitungen für Strom und Kommunikationstechnik durch den Park verlegt, immer im Bogen um die großen Bäume herum. Die Bäume sind bereits gefällt, die Leitungen aber noch da!
Nach sogenannten „Suchschachtungen“ wurde auch klar, wo die Kabel genau liegen: 60 cm unter der Rasenfläche, genau im Bereich des künftigen Fundaments und damit natürlich im Weg. Mit Kleinbagger und Kettensäge (für die ganzen im Erdreich steckenden armdicken Wurzeln) wird ein neuer Graben gezogen, dessen Länge exakt so groß ist wie die Bestandslänge des Kabelwegs. Dann können die Leitungen (sechs Stück mit Dicken zwischen zwei und acht Zentimetern) vorsichtig herausgehoben, in den anderen Graben gelegt und mit Sand und Trassen-Warnband abgedeckt werden – ein klassisches Beispiel für „Unvorhersehbares“...


20. 08. 2020

... – und ab ist der Balkon! Dong!

Presslufthammer-Bernhard wäre sicher begeistert: Mit Getöse und unbändiger Kraft hämmert sich der große Bagger durch die Bodenplatte und die Fundamente der ehemaligen Fahrzeughalle der Notaufnahme. Rund 30 cm starker, bewehrter Beton müssen weichen, um die neuen Fundamente der größeren neuen Fahrzeughalle ausführen zu können. Der Lärm der Abrissarbeiten ist unüberhörbar, der Meißel selbst ist rund 15 cm dick und wird mit Hydraulikkraft in den Beton getrieben. „Lieber eine große Maschine und ein paar Tage laute Arbeit als viele kleine Maschinen wochenlang,“ meint Uwe Wedemeyer, Geschäftsführer der Baufirma URT, über sein bevorzugtes Werkzeug. Ganz nebenbei kommen dann unter der alten Bodenplatte Dinge wieder ans Tageslicht, die dort vor nunmehr 25 Jahren „versteckt“ worden sind: Mörtelreste, Ziegelschutt und ein blauer Kunststoff-Revisionsschacht (der irgendwo tief nach unten führt und dessen Funktion niemand mehr kennt). Alles völlig normal für Uwe Wedemeyer: „Einen Goldschatz erwarten wir hier nicht...!“


14. 08. 2020

Lange Leitung

An der Decke des Obergeschosses hängen nun schon welche: Die neuen grauen Abwasserleitungen, die die alten weinroten Leitungen ersetzen. Unterhalb des zweiten Obergeschosses und natürlich in den Neubaubereichen werden diese neuen Leitungen abschnittsweise verlegt. Wie die alten Rohre handelt es sich zwar auch wieder um Eisenguss-Rohre, allerdings in speziell hochwertig korrosionsgeschützter Ausführung. Die Abwässer in einem Krankenhaus sind durch den allgemeinen „Cocktail“ aus Reinigungs- und Desinfektionsmitteln nämlich hochgradig aggressiv und greifen besonders gern Metalle an. Allerdings wäre eine alternative Ausführung der Leitungen in Kunststoff auch keine Lösung, weil neben Brandschutzproblemen hier auch Schallprobleme entstünden: Schließlich will es niemand hören, wenn im Geschoss oberhalb gerade geduscht oder die Toilettenspülung betätigt wird!

Übrigens: Der sogenannte „Umschluss“, also der Anschluss von alten Leitungssysteme auf die parallel verlegten neuen Leitungen, ist leider immer mit einer mehrstündigen Unterbrechung der Abwasserführung aus den Pflegegeschossen verbunden. Wir bedanken uns sehr bei unseren Patienten und Besuchern, die mit viel Verständnis diese immer wieder auftretenden Beeinträchtigungen „ertragen“ und uns so bei der Erneuerung der Klinik Nauen unterstützen!


29. 06. 2020

Budenzauber

Was da auf der Baustelleneinrichtungsfläche vor der Westseite des Krankenhauses Nauen wächst, ist nicht etwa die temporäre Corona-Pflegestation des Landkreises... Da die Umbaubereiche sowohl im Erdgeschoss (Notfallaufnahme) als auch im ersten Obergeschoss knapp bemessen sind und keine Ausweichflächen zur Verfügung stehen, schaffen sich die beteiligten Baufirmen jetzt selbst ihre benötigten Räumlichkeiten als Sozial- oder auch Büroraum. Aus Raumzellen und Containern entsteht auf zwei Geschossen eine provisorische Architektur, die noch mit einem WC-Container komplettiert wird. Den Anfang hat die Firma DASA aus Nessenheide gemacht, die für die Heizungs- und Sanitärinstallationen zuständig ist. Folgen werden noch weitere Gewerke, die dort neben der Feuerwehrumfahrt vorübergehend Außenstellen ihrer Firmensitze einrichten werden.


29. 05. 2020

Alles neu macht der Mai

Jetzt fällt es leicht, sich die neue Notfallaufnahme vorzustellen: Die Trockenbauer (Fa. SPOMA aus Magdeburg) haben die kompletten Grundkonstruktionen der neuen Innenwände gestellt. Zwar sind die Metallständergerüste erst einseitig mit Gipskartonplatten beplankt, um von der anderen Seite die Haustechnik-Leitungen integrieren zu können, aber jetzt kann man die Raumgrößen und –zusammenhänge gut beurteilen und die Behandlungswege nachvollziehen.

Ab Pfingsten setzen dann die haustechnischen Gewerke ein und legen Leitungen und Kanäle für Wasser, Heizung, Abwasser, Lüftung, Elektro und Netzwerk. Dringend erwartet werden auch die großformatigen Stahlzargen für die Schiebetüranlagen, die mit der Metallständerkonstruktion verbunden werden müssen, damit später nichts wackelt.


26. 05. 2020

Unendliche Weiten

Im ersten Obergeschoss der Klinik Nauen bietet sich derzeit ein verblüffender Anblick – ein komplett leeres Geschoss. Nach dem Abriss der Binnengliederung aus nichttragenden Wänden und den abgehängten Decken durch die Firma ERV aus Oranienburg ist jetzt vorübergehend ein hallenartiger, riesiger Raum entstanden. Am 27. und 28. Mai erfolgt noch eine Messung zur Luftqualität; die Abrissfirma hat die Räume sogar mit Staubsaugern gereinigt, um jedes Staubpartikel der bisher eingebauten Mineralfaser-Dämmung aus Wänden und Decken restlos zu eliminieren. Danach kann dann der „Wiederaufbau“ starten und die Trockenbaufirma zieht wieder neue Wände ein. 


15. 05. 2020

Auf dem Weg nach oben – Aufzug und Treppe

Es wirkt wie eine farbenfrohe Kunst-Installation im Außenbereich der Documenta, ist aber tatsächlich das infrastrukturelle Herzstück der Baustelle im ersten Obergeschoss der Klinik Nauen. Um die Andienung und Versorgung der Umbaubereiche in der früheren Intensivstation und im Aufwachraum unabhängig vom Klinikbetrieb sicherzustellen, musste ein Zugang geschaffen werden. Eine Gerüsttreppe und ein Aufzug mit einer Tragfähigkeit von 750 kg ermöglichen nun trotz der Lichtschächte vor dem Gebäude die Baustellenversorgung. Dafür musste ein Fenster demontiert und für den Zeitraum der Bautätigkeiten durch eine provisorische Tür ersetzt werden. Das filigrane Metallgebilde der Gerüstkonstruktion vor der Krankenhausfassade wird bis mindestens September kommenden Jahres erhalten bleiben.
 
Im Gartenbereich vor dem Aufzug ist eine eingezäunte Baustelleneinrichtungs-Fläche entstanden, die Feuerwehrzufahrt konnte freigehalten werden. Hier stehen derzeit die Entsorgungscontainer des Abrissunternehmens, anschließend wird die Fläche als Lagerfläche für die bauausführenden Firmen benötigt.


07. 05. 2020

Weggezaubert

Eben war sie doch noch da. 21 Jahre lang stand sie dort unübersehbar an der Giebelseite des Krankenhauses Nauen. Und auf einmal – wie über Nacht – ist sie verschwunden.

Sie – das ist die blau leuchtende Fahrzeughalle der Notfallaufnahme Nauen, die von der Abrissfirma ERV aus Oranienburg nahezu geräuschlos in ihre Bestandteile zerlegt worden ist und als Metallkonstruktion nun in den Schrott gewandert ist. Dieser Schritt wurde nötig, weil in wenigen Wochen an dieser Stelle der Fundamentaushub für die neue Fahrzeughalle der Liegendkrankenanfahrt erfolgen soll. Die neue Halle wird deutlich größer als die alte und auch als monolithische Massivkonstruktion ausgeführt. Damit bleibt es im Sommer kühler in dem Bauwerk und der Platz reicht künftig aus, um auch drei Rettungswagen gleichzeitig abfertigen zu können. Das war nämlich der größte Nachteil der alten Halle: Es konnte immer nur ein Fahrzeug unter Dach stehen, bei Regenwetter mussten Patienten aus einem zeitgleich eintreffenden zweiten Fahrzeug im Regen und im Kalten ausgeladen werden.

Künftig wird es für Notfallpatienten und natürlich auch das Rettungswagenpersonal deutlich angenehmer und komfortabler werden.