Stand, 06. Februar 2026
Havelland Kliniken zum aktuellen Geschehen
Verdachtsfall - Häufige Fragen und Antworten (FAQ)
Aktuelle Situation
Was ist passiert?
An den Havelland Kliniken ist es Anfang November 2025 zu einem Verdachtsfall eines sexuellen Missbrauchs an einem minderjährigen Patienten gekommen. Der Verdacht richtet sich gegen einen ehemaligen Kinderarzt der Havelland Kliniken. Die Mutter des Kindes hat Anzeige erstattet; Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln.
Die Klinikleitung ist von diesem Verdacht tief betroffen. Im Mittelpunkt steht für uns das Wohl des betroffenen Kindes und seiner Familie. Der Schutz von Kindern hat für die Havelland Kliniken oberste Priorität.
Wie gehen die Havelland Kliniken damit um?
Wir nehmen diesen Verdacht sehr ernst. Die Havelland Kliniken kooperieren vollumfänglich mit Polizei und Staatsanwaltschaft. Gleichzeitig halten wir uns strikt an rechtsstaatliche Grundsätze – Dazu gehören die Unschuldsvermutung, die Wahrung der Persönlichkeitsrechte aller Beteiligten sowie der Schutz des betroffenen Kindes und seiner Familie.
Parallel dazu haben wir interne Prüfungen angestoßen und überprüfen bestehende Abläufe. Unser Fokus liegt darauf, verantwortungsvoll zu handeln und den Schutz von Kindern bestmöglich sicherzustellen.
Welche Maßnahmen wurden eingeleitet?
Wir haben mehrere Schritte eingeleitet: interne Prüfungen, die Benennung einer fallbezogenen Sonderbeauftragten, die Überprüfung des Kinderschutzkonzepts, die Vorbereitung externer fachlicher Unterstützung sowie die Einrichtung eines Elterntelefons für Fragen und Unterstützung.
Warum wird das Kinderschutzkonzept überprüft?
Der Schutz von Kindern ist ein zentraler Bestandteil unserer Arbeit. Deshalb werden Regelungen und Abläufe im Rahmen des Qualitätsmanagements regelmäßig überprüft.
In dieser Situation prüfen und entwickeln wir das bestehende Kinderschutzkonzept weiter – mit dem Ziel, Schutzmechanismen weiter zu stärken.
Warum ist externe Unterstützung wichtig?
Externe Fachleute ermöglichen eine unabhängige fachliche Perspektive. Sie unterstützen dabei, bestehende Schutzmechanismen kritisch zu hinterfragen und weiterzuentwickeln. So wird der Kinderschutz fachlich begleitet und weiter gestärkt.
Warum veröffentlichen Sie nicht alle Details?
Zum Schutz des mutmaßlichen Opfers und seiner Familie sowie aufgrund laufender Ermittlungen können derzeit keine weiteren Einzelheiten veröffentlicht werden.
Auch die Persönlichkeitsrechte des beschuldigten Mitarbeiters sind zu wahren. Diese Zurückhaltung dient dem Schutz aller Beteiligten und einer rechtssicheren Aufklärung.
Warum informiert die Klinik nicht selbst über mögliche weitere Betroffene?
Die Identifikation möglicher weiterer Betroffener ist Aufgabe von Polizei und Staatsanwaltschaft. Nur so können Ermittlungen rechtssicher geführt und die Rechte aller Beteiligten gewahrt werden.
Die Havelland Kliniken konzentrieren sich parallel auf das, was in ihrer Verantwortung liegt: präventive Schutzmaßnahmen und die Weiterentwicklung interner Abläufe.
Was bedeutet das für mein Kind?
Ist mein Kind jetzt in den Havelland Kliniken sicher?
Der Schutz von Kindern hat für die Havelland Kliniken höchste Priorität. Auf Grundlage bestehender Standards werden derzeit zusätzliche Maßnahmen geprüft und umgesetzt, um Schutzmechanismen weiter zu stärken.
Eltern können sich bei Fragen oder Sorgen jederzeit an das Behandlungsteam wenden oder das Elterntelefon nutzen.
[Zum Elterntelefon]
Können Eltern ihre Kinder weiterhin mit Vertrauen behandeln lassen?
Ja. Der Schutz von Kindern ist fest in unserem Handeln verankert. Die Havelland Kliniken arbeiten intensiv daran, Vertrauen zu sichern und weiter zu stärken – durch klare Standards, transparente Abläufe und die kontinuierliche Überprüfung unserer Schutzmechanismen.
Wie werden Kinder aktuell bei Untersuchungen geschützt?
Untersuchungen von Kindern erfolgen in den Havelland Kliniken grundsätzlich nicht allein: Je nach Situation sind Eltern, Begleitpersonen oder mehrere Mitarbeitende anwesend. Dieses so genannte Vier-Augen-Prinzip ist verbindlicher Bestandteil des Klinikalltags und wird derzeit zusätzlich überprüft und organisatorisch weiter abgesichert.
Was beinhaltet das Kinderschutzkonzept der Havelland Kliniken?
Die Havelland Kliniken verfügen über ein etabliertes Kinderschutzkonzept. Es umfasst verbindliche Standards für den Klinikalltag, das Vier-Augen-Prinzip, klare Dokumentationspflichten sowie regelmäßige Schulungen für Mitarbeitende.
Viele Eltern fragen sich, ob auch ihr Kind betroffen sein könnte. Wie gehen die Havelland Kliniken mit dieser Sorge um?
Wir haben großes Verständnis dafür, dass der Verdachtsfall viele Eltern verunsichert. Sorgen und Fragen nehmen wir sehr ernst.
Mit der internen Aufarbeitung, der Überprüfung des Kinderschutzkonzepts, dem Elterntelefon sowie dem im Klinikalltag verbindlich verankerten Vier-Augen-Prinzip stehen Anlaufstellen und Schutzmechanismen zur Verfügung, um Eltern Orientierung, Austausch und Unterstützung zu ermöglichen.
Wo bekomme ich Hilfe & Orientierung?
Welche Unterstützung gibt es für Eltern, die verunsichert sind oder Fragen haben?
Die Havelland Kliniken haben ein Elterntelefon eingerichtet, um Eltern und Angehörigen einen geschützten Raum für Fragen, Sorgen und Gesprächsbedarf zu bieten. Es wird von der Fachberatungsstelle Kind im Zentrum, KJHV Süd der EJF gAG, als externer und unabhängiger Ansprechpartner betrieben. Die Beratungsstelle verfügt über langjährige Erfahrung in der Beratung und Unterstützung bei sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche.
Das Elterntelefon ist unter der Telefonnummer 0173 202 0588 erreichbar.
Die Sprechzeiten finden Sie hier [Zu den Sprechzeiten]
Eltern können sich dort vertraulich beraten lassen und Orientierung erhalten – unabhängig davon, ob ihr Kind aktuell oder in der Vergangenheit in den Havelland Kliniken behandelt wird oder wurde.
Sollten Eltern sich melden, wenn sie sich im Nachhinein Sorgen machen?
Ja. Wenn Eltern im Rückblick Fragen, Sorgen oder ein ungutes Gefühl haben, nehmen wir das sehr ernst. Für Gespräche und Unterstützung steht das Elterntelefon zur Verfügung.
Hinweise, die für strafrechtliche Ermittlungen relevant sein könnten, sollten direkt an die Polizei gerichtet werden. Dafür hat die Polizei ein Hinweistelefon eingerichtet (Telefonnummer: 0331 5508-2848, täglich von 07:00 Uhr bis 20:00 Uhr).
Wie wird weiter informiert?
Die Havelland Kliniken informieren die Öffentlichkeit, sobald belastbare und veröffentlichungsfähige Informationen vorliegen und die laufenden Ermittlungen dies zulassen.
Die fallbezogene Sonderbeauftragte Carolin Himburg sowie der begleitende externe Experte Hans Leitner (vormaliger Leiter der Fachstelle Kinderschutz des Landes Brandenburg) sind in diesen Prozess eingebunden.
Wann erfahren Eltern und Öffentlichkeit mehr?
Den Havelland Kliniken ist es wichtig, Eltern und Öffentlichkeit transparent zu informieren. Sobald belastbare und veröffentlichungsfähige Erkenntnisse vorliegen und die laufenden Ermittlungen dies zulassen, werden wir entsprechend informieren.
Eine Zwischeninformation ist innerhalb der nächsten vier Wochen vorgesehen.
Erreichbarkeit Elterntelefon
Telefonnummer: 0173 2020588
Das Elterntelefon ist zu folgenden Zeiten erreichbar:
- Montag, 09. Februar, von 9 Uhr bis 10 Uhr
- Mittwoch, 11. Februar, von 17 Uhr bis 18 Uhr
- Freitag, 13. Februar, von 16 Uhr bis 17 Uhr
Bei starker Auslastung des Elterntelefons erfolgen Rückrufe außerhalb der Sprechzeiten. Hinweise zu den Erreichbarkeiten sind jederzeit über einen Anrufbeantworter abrufbar.
Die Laufzeit des Elterntelefons wird bedarfsgerecht verlängert.