Informationen für Angehörige von Patienten der interdisziplinären Intensivtherapie

Liebe Besucherin und lieber Besucher,

Ihr Angehöriger wird zurzeit auf unserer Station für Intensivtherapie behandelt. Sie machen sich deswegen sicher Sorgen und fühlen sich möglicherweise verunsichert.

Unsere Erläuterungen sollen Ihnen helfen, mit dieser schwierigen Lebensphase besser umgehen zu können und die Abläufe auf unserer Station zu verstehen. Wir geben Ihnen hierzu einen genauen Einblick in unseren Stationsalltag. Wir erläutern Ihnen, wie wir unsere Patienten auf unserer Station pflegen, überwachen und therapieren. Sie finden außerdem alle wichtigen Ansprechpartner, Informationen zu Übernachtungsmöglichkeiten, Telefon- und Besuchszeiten auf diesen Seiten. Als Person, die unserem Patienten besonders nahe steht, kommt Ihnen in dieser für ihn äußerst kritischen Situation eine wichtige Rolle zu. Wir möchten Ihnen deshalb hier auch Wege aufweisen, wie Sie Ihrem Angehörigen zur Seite zu stehen können.

Dabei soll und kann der Ratgeber ein vertrauensvolles Gespräch nicht ersetzen. Wir informieren Sie selbstverständlich persönlich und regelmäßig über den Krankheitsverlauf Ihres Angehörigen. Wir möchten Sie außerdem ermuntern, uns anzusprechen, wenn Sie beunruhigt sind oder etwas nicht verstehen. Unsere Ärzte und unser Pflegepersonal stehen Ihnen gerne für alle Ihre Fragen zur Verfügung.

Ihr Team
der Intensivstation der Havelland Kliniken

1. Die interdisziplinäre Intensivmedizin stellt sich vor

Patienten, die auf unserer Station liegen, sind kritisch krank und ihr Leben ist möglicherweise bedroht. Sie leiden an einer schweren Erkrankung, haben einen schlimmen Unfall erlebt oder eine komplexe Operation hinter sich. Auf unserer Station werden sie deswegen gewissenhaft und kontinuierlich überwacht, behandelt und therapiert.

Ziel unserer Behandlung ist es, unsere Patienten durch unsere Überwachung und Behandlung so zu stabilisieren, dass sie diesen kritischen Zustand überwinden und auf eine weiterversorgende Station verlegt werden können.

Ein erfahrenes Team ist 24 Stunden für unsere Patienten im Einsatz

Auf unserer Station kümmern sich hoch qualifizierte Fachärzte 24 Stunden und speziell ausgebildete Pflegekräfte in einem Dreischicht-System um das Wohl unserer Patienten. Wir versorgen sie auf höchstem medizinischem und pflegerischem Niveau. Hierzu können wir auf die neuesten diagnostischen, therapeutischen und pflegerischen Verfahren zurückgreifen.

Ein engagiertes und erfahrenes Team, modernste Technik, Ausstattung und Therapie sowie eine enge Zusammenarbeit mit den Kollegen aller anderen Fachabteilungen garantieren unseren Patienten die vollumfängliche Behandlung und größtmögliche Sicherheit.

Unser Ziel: Spitzenmedizin mit individueller Betreuung zu verbinden

Wir haben den Anspruch, auf unserer Station für interdisziplinäre Intensivtherapie Spitzen-Medizin mit individueller Betreuung und Zuwendung zu verbinden. Der Mensch steht im Mittelpunkt unseres Handelns. Der achtungsvolle Umgang mit unseren Patienten und ihren Angehörigen liegt uns sehr am Herzen - sie sollen sich auf unserer Station „gut aufgehoben“ fühlen. „Gut aufgehoben!“ ist auch das Motto, unter dem wir arbeiten. Für dieses Versprechen setzen wir uns jeden Tag aufs Neue ein.

1. 1 Das Team der operativen Intensivstation

Unsere operative Intensivstation ist ein Ort interdisziplinärer Zusammenarbeit: Seit vielen Jahren arbeiten hier unterschiedlichste Experten aus Medizin, Pflege und Organisation für die Genesung unserer Patientinnen und Patienten Hand in Hand. Gemeinsam kümmern sie sich um die intensive, qualifizierte und vollumfängliche Betreuung unserer Patienten und ihrer Angehörigen.

Diese Berufsgruppen arbeiten auf unserer Station

Ärzte mit spezieller Qualifikation für Intensivmedizin
Die Ärzte unserer Station sind speziell ausgebildet. Zu unserem Ärzte-Team gehören Fachärzte, die sich auf das Gebiet der Intensivmedizin spezialisiert haben sowie Assistenzärzte für Anästhesiologie. Die Ärzte legen den Therapieplan fest und führen medizinische Maßnahmen durch, planen Untersuchungen, stehen im Austausch mit Kollegen anderer Fachgebiete und koordinieren die Zusammenarbeit mit ihnen.

Besonders qualifiziertes Pflegepersonal
Auch die Pflegekräfte haben eine Zusatzausbildung für Intensivmedizin absolviert. Gemeinsam mit den Ärzten überwachen sie die Körperfunktionen der Patienten – je nach Art der Erkrankung zum Beispiel das Herzkreislaufsystem, die Nieren- und Lungenfunktion oder den Stoffwechsel.

Unsere Fachärzte arbeiten im 24h-Dienst, das Pflegepersonal im Dreischicht-System.
Diese Betreuung gewährleistet unseren Patientinnen und Patienten rund um die Uhr höchstes fachärztliches und pflegerisches Niveau. Das bedeutet aber auch, dass Ihr Angehöriger nicht immer von denselben Mitarbeitern versorgt werden kann. In der Pflege versuchen wir jedoch, für jeden Patienten eine feste Bezugsperson festzulegen.

Spezialisierte Physiotherapeuten
Mit unseren Physiotherapeuten machen unsere Patienten werktags und samstags einmal täglich individuelle Übungen wie zum Beispiel Bewegungs- und Atemtherapie, Infarktgymnastik, oder Lymphdrainage. Bei Bedarf können auch Logopäden zur Behandlung hinzugezogen werden.

Sozialteam Unser Sozialteam berät zu allen Fragen und Problemen, die durch die Krankheit und einen Krankenhausaufenthalt entstehen können – ganz gleich ob es sich um persönliche, familiäre, berufliche oder finanzielle Probleme handelt.

Einfühlsame Seelsorger
Unsere Seelsorger verfügen über langjährige Erfahrung im Umgang mit schwerkranken Patienten und deren Angehörigen. Sie stehen Ihnen unabhängig von Ihrer Konfession für Gespräche zur Verfügung. Einen Termin mit ihm können Sie über unsere Pflegekräfte vereinbaren.

Vor Ort: Röntgenassistenten
Unsere Röntgenassistenten kommen an das Bett des Patienten und röntgen ihn nach ärztlicher Anordnung vor Ort.

1.2 Unsere Ausstattung: lebensnotwendige Medizintechnik

Wir nutzen auf unserer Station die Möglichkeiten modernster Medizintechnik. Zahlreiche medizinische Geräte und Kabel umgeben Ihren Angehörigen, Sie hören und sehen verschiedenste Alarme und Signale – Geräusche und Zeichen, die Sie vielleicht beunruhigen. Lassen Sie sich davon nicht verunsichern. Die auf unserer Station eingesetzte Technik ist lebensnotwendig und gehört zu unserem ganz normalen Alltag. Dank dieser Geräte können wir unsere Patienten intensiv überwachen und therapieren. Und nur durch diese Apparate sind wir überhaupt in der Lage, schwere Störungen eines oder mehrerer Organsysteme wie beispielsweise der Atmung oder des Herzens frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.

Wir haben jeden Patienten im Blick!

Bitte beachten Sie auch, dass die Alarmgrenzen der Geräte individuell für jeden Patienten eingestellt sind. Wir erkennen bei den verschiedenen Alarmen am Ton, ob es sich um eine kleine Abweichung oder um eine akute Gefahr handelt. Mit Hilfe der Monitore haben wir außerdem jeden Patienten ständig im Blick und sind in der Lage, im Bedarfsfall umgehend zu reagieren und die entsprechenden Maßnahmen einzuleiten.

Apparate schaffen Freiräume für Zuwendung

Die moderne Medizintechnik ist eine wichtige Säule unseres medizinischen Alltags. Sie ermöglicht uns, Menschen auch in scheinbar aussichtslosen Situationen eine Chance auf eine vollständige Genesung oder Besserung ihrer Erkrankung zu bieten. Gleichzeitig verschafft sie uns Freiräume für die elementaren Dinge des Lebens, die keine noch so moderne Technik auf der Welt ersetzen kann und auf die wir nicht verzichten wollen: Die sorgfältige, liebevolle Pflege unserer Patienten und die menschliche Zuwendung.

Die Technik auf der Intensivstation

Nachfolgend möchten wir Ihnen zu Ihrer Information einen Überblick über die vielen verschiedenen Apparate und ihre Funktionen geben. Fragen Sie uns, wenn Sie weitere Auskünfte darüber wünschen.

Der Monitor
Mit dem Monitor überwachen wir den Blutdruck, die Herzfrequenz und die Körpertemperatur des Patienten sowie ihren Sauerstoffanteil im Blut. Die Monitore sind für uns an mehreren Stellen auf der Station einsehbar. Wir sind auf diese Weise in jedem Patientenzimmer über den Zustand aller Patienten informiert.

Die Beatmung
Das Beatmungsgerät übernimmt das Atmen des Patienten oder assistiert beim Atmen. Im Falle einer Beatmung versetzen wir Ihren Angehörigen in einen schlafähnlichen Zustand (künstliches Koma). Nur so lässt sich erreichen, dass er nicht gestresst ist und den Beatmungsschlauch toleriert. Manche Patienten erhalten auch einen Luftröhrenschnitt. Sie werden über eine Kanüle beatmet und können nicht reden.

Die Infusomaten und Injektomaten
Diese Geräte nutzen wir, um unsere Patienten mit Hilfe eines Plastikschlauchs über die Vene mit Medikamenten, Schmerzmitteln, Flüssigkeit und gelösten Nährstoffen zu versorgen.

Die Dialyse
Wenn die Nierenfunktion eingeschränkt ist, übernimmt die Dialysemaschine die Reinigung des Blutes.

Die Ernährungspumpe
Sie dient dazu, den Patienten über eine Magensonde zu ernähren.

Die Absaugung
Da die Patienten Schleim häufig nur schwer abhusten können, saugen wir diesen mit einem Absaugschlauch ab.

Zu den weiteren Körperfunktionen, die wir permanent überwachen, um sie bei Veränderungen rasch möglichst zu behandeln, gehören die Urinproduktion, der Stoffwechsel und die Verdauung.

Die Zimmer, Betten, Lagerung und Spezialmatratzen
In den großzügigen, modern ausgestatteten Räumlichkeiten unserer Station finden Sie am Standort Nauen 10, am Standort Rathenow 8 Betten jeweils in Zweibett und Einzelzimmern. Die Belegung der Zimmer ergibt sich aus pflegerischen und medizinischen Überlegungen.

Spezielle Matratzen sollen das Wundliegen oder Entstehen von Geschwüren verhindern. Für besondere Lagerungen stehen uns aufwändige Spezialbetten zur Verfügung.

Die Isolation Im Einzelfall müssen wir unsere hygienischen Maßnahmen erweitern und das Tragen von spezieller Schutzkleidung anweisen. Ziel ist es, zu vermeiden, dass sich bestimmte Krankheitserreger auf der Intensivstation vermehren, die unsere immungeschwächten und infektionsanfälligen Patienten gefährden könnten. Wir werden Sie darüber informieren und bitten Sie um Ihre Mithilfe bei der gewissenhaften Umsetzung der hygienischen Bestimmungen.

2. Ihr Angehöriger auf unserer Station

2.1 Der mögliche Verlauf einer Erkrankung

Es ist nicht immer vorhersehbar, wie lange ein Patient auf unserer Station bleibt. Manche Patienten verlassen uns schon nach wenigen Tagen oder gar Stunden, andere müssen über eine längere Zeit auf unserer Station behandelt werden.

Wir wissen, dass die Zeit der Ungewissheit sehr belastend sein kann - insbesondere dann, wenn der Gesundheitszustand unserer Patienten beunruhigenden Schwankungen unterliegt.

Weil Sie eine wichtige Bezugsperson unseres Patienten sind und ihm Rahmen der Therapie eine besondere Rolle einnehmen, ist es wichtig, dass Sie über den Verlauf der Therapie Ihres Angehörigen stets genau im Bilde sind. Und so versuchen wir, Sie so umfassend und zeitnah wie möglich über aktuelle Entwicklungen im Krankheitsverlauf Ihres Angehörigen zu informieren.

2. 2 Die Verlegung auf die Allgemeinstation

Die Behandlung auf unserer Station ist dann abgeschlossen, wenn alle lebenswichtigen Funktionen unseres Patienten wieder stabil sind. Im Anschluss an die Therapie auf unserer Station kommt der Patient zur weiteren Behandlung auf die entsprechende Allgemeinstation der Fachabteilung. Die Kollegen dort werden von uns ausführlich über den Krankheitsverlauf, die Therapie und die Pflege Ihres Angehörigen informiert. Er wird dort weiter behandelt und danach nach Hause entlassen oder in ein Rehabilitationszentrum verlegt. In einigen Fällen kann ein Patient auch direkt von der Intensivstation in ein spezielles Rehabilitationszentrum überwiesen werden.

2. 3 Fragen am Lebensende

Der medizinisch-technische Fortschritt und die Errungenschaften in der Intensivmedizin machen es uns möglich, die meisten unserer kritisch erkrankten Patienten zu heilen oder zumindest ihren Gesundheitszustand wesentlich zu verbessern.

Doch auch wenn wir uns mit allen uns zur Verfügung stehenden Maßnahmen für die Genesung unserer Patienten engagieren, sind die Möglichkeiten moderner Intensivmedizin doch begrenzt. Sollte sich der Gesundheitszustand eines Patienten nicht verbessern, sehen wir es als unsere Aufgabe an, den Sinn und das Ziel der Intensivtherapie zu überprüfen. Wir müssen uns kritisch fragen, ob unsere Behandlung das Leiden des Patienten und seinen Sterbeprozess unnötig verlängert. Doch auch in dieser Situation geben wir unsere Patienten nicht einfach auf. Und auch Sie lassen wir nicht alleine. Wir sprechen mit Ihnen über die Situation und treffen gemeinsam mit Ihnen Entscheidungen im Sinne Ihres Angehörigen.

Sollte es notwendig sein, die Therapie Ihres Angehörigen zu begrenzen, ist uns ein wichtiges Anliegen, sein Leiden zu lindern. Wir möchten, dass sich unser sterbender Patient in Ruhe und Würde vom Leben verabschieden kann.

Ein erfahrener Klinikseelsorger leistet unseren Patienten und Ihnen auf Wunsch gerne Beistand. Er kann jederzeit hinzu gerufen werden und unterstützt unsere Patienten und deren Angehörige selbstverständlich unabhängig von ihrer konfessionellen oder religiösen Zugehörigkeit.

2.4 Auskünfte über Ihren Angehörigen

Die Schwestern und Ärzte informieren Sie ausführlich über den Gesundheitszustand Ihres Angehörigen und den Verlauf seiner Krankheit und Therapie. Das Pflegepersonal kann Ihnen Auskunft über seinen allgemeinen Zustand geben, die Ärzte erläutern Ihnen den Verlauf seiner Erkrankung und die geplanten medizinischen Maßnahmen. Wir bitten Sie, nachzufragen, wenn Sie etwas nicht verstanden haben.

Auskünfte erhalten von uns nur die nächsten Angehörigen oder Vertrauten des Patienten sowie sein Betreuer. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass jeweils nur ein Angehöriger als Gesprächspartner benannt wird. Wir bitten Sie darum, sich innerhalb der Familie oder im Freundeskreis darüber abzustimmen und Informationen weiterzugeben. Sie erleichtern uns damit die Arbeit und helfen, Missverständnisse zu vermeiden.

 

Sie können sich über den Gesundheitszustand Ihres Angehörigen auch telefonisch erkundigen. Bitte beachten Sie folgende Zeiten:

Telefonische Auskunftszeiten Mo – So
09.00 Uhr bis 14.30 Uhr
18.00 Uhr bis 21.00 Uhr

Rufnummer Klinik Nauen:          03321 42-1283
Rufnummer Klinik Rathenow:    03385 555-3290

 

Termine für ausführliche Gespräche mit unseren Fachärzten vereinbaren Sie unter den o.g. Rufnummern.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir Ihnen während unserer Dienstübergaben und Visiten nicht für telefonische Auskünfte oder persönliche Gespräche zur Verfügung stehen können. Nur so können wir reibungsfreie Abläufe zum Wohl unserer Patienten garantieren.

3. Was Sie für Ihren Angehörigen tun können

3.1 Wie es Ihrem Angehörigen geht

Ihr Angehöriger wirkt auf Sie sicherlich sehr verändert. Seine schwere Erkrankung hat ihre Spuren hinterlassen. Je nach Situation und Therapie werden Sie ihn eventuell vor allem in den ersten Tagen schlafend, benommen und nur selten wach antreffen. Er kann sich Ihnen vielleicht nicht mitteilen und erscheint Ihnen insgesamt sehr hilflos.

Sie können sich darauf verlassen, dass wir erkennen, wann es ihm schlecht geht und dass wir seine Unruhe, seine Angst oder seinen Schmerz mit geeigneten Mitteln behandeln. Auch wenn er nicht ansprechbar ist, reden wir trotzdem mit ihm und erklären ihm alle Schritte unseres Tuns. Wenn er wach ist, fragen wir ihn natürlich nach seinen Wünschen und Bedürfnissen.

 

Damit Sie die Verfassung Ihres Angehörigen besser einschätzen können und verstehen, was ihm hilft, möchten wir Ihnen an dieser Stelle Antworten auf einige Fragen geben, die Angehörige immer wieder an uns richten:

Merkt mein Angehöriger, dass ich da bin? Weiß er, was mit ihm geschieht?
Das lässt sich leider nicht immer ganz genau feststellen. Wir gehen aber davon aus, dass unsere Patienten über das Unterbewusstsein Eindrücke verarbeiten und wahrnehmen. Wir möchten Sie daher ermutigen, mit Ihrem Angehörigen zu reden und ihn auch zu berühren. Der vertraute Klang Ihrer Stimme und der Kontakt mit Ihnen werden ihm gut tun.

Hat er Schmerzen?
Sind unsere Patienten wach, fragen wir sie regelmäßig nach Schmerzen, um die Dosis des Schmerzmittels optimal anzupassen. Manche Patienten erhalten auch Schmerzmittelpumpen, die sie selbst betätigen, sobald sie Schmerzen verspüren. Patienten im künstlichen Koma werden kontinuierlich Schmerzmittel zugeführt. An bestimmten Faktoren erkennen wir, ob ein Patient Schmerzen hat und passen die Therapie ständig an.

Wieso ist er so unruhig?
Die Unruhe Ihres Angehörigen kann unterschiedliche Ursachen haben. Es kann am Krankheitsbild liegen, an den Medikamenten oder an der fremden Umgebung. Manchmal ist es nötig, Patienten zu ihrer eigenen Sicherheit zu fixieren, damit sie sich nicht versehentlich einen wichtigen Schlauch entfernen oder sich verletzten.

Warum hat mein Angehöriger nur eine dünne Decke?
Sie müssen sich keine Sorgen machen, dass ihr Angehöriger frieren und sich erkälten könnte. Die Patienten der Intensivstation haben oftmals eine erhöhte Körpertemperatur und werden deswegen nur mit einer dünnen Decke zugedeckt.

Sollte ich meinem Angehörigen wichtige Alltagsdinge von Zuhause mitbringen?
Alle Utensilien, die Ihr Angehöriger während seines Intensivaufenthalts benötigt, werden von uns zur Verfügung gestellt. Bitte bringen Sie persönliche Gegenstände und Nahrungsmittel nur nach Rücksprache mit. Sollten wir weitere Hilfsmittel wie Brille, Zahnprothese, Hörgerät benötigen, teilen wir es Ihnen mit. Wir bitten Sie, Schmuck und Wertgegenstände zu Hause zu lassen.

 

3.2 Ihre Besuche Ihres Angehörigen

Besuche von Angehörigen sind auf unserer interdisziplinären Intensivstation besonders erwünscht. Persönlicher Kontakt mit ihnen vertrauten Personen fördert das Wohlbefinden und die Genesung unserer Patienten. Wie häufig und intensiv Sie Ihren Angehörigen besuchen können, hängt jedoch von seiner Belastbarkeit, der Art seiner Erkrankung und seiner Therapie ab. Denn Besuche können für Ihren Angehörigen nicht nur wohltuend, sondern auch anstrengend sein.

 

Wir möchten Ihnen deswegen einige Regeln vorstellen, mit deren Hilfe Sie Ihre Besuche im Sinne Ihres Angehörigen planen und organisieren können:

- Grundsätzlich bestimmt jeder Patient selbst, von wem er besucht werden möchte. Sollte er nicht in der Lage sein, sich zu äußern, entscheidet der oder die betreuende Angehörige.

- Besuche sollten nahe stehenden Angehörigen und wichtigen Bezugspersonen vorbehalten bleiben. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir Sie während der Besuche nicht immer ungestört lassen können.

- Wir möchten Sie bitten, Ihren Angehörigen maximal zu zweit zu besuchen, um ihn nicht zu sehr anzustrengen. Wenn Sie mit mehreren Besuchern gemeinsam auf die Station kommen, treten Sie bitte abwechselnd ans Patientenbett. Diejenigen, die warten müssen, können sich in dieser Zeit im Besucherzimmer aufhalten.

- Kinder unter zwölf Jahren sollten ihren Angehörigen nur nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt besuchen.

- Sie können Ihren Angehörigen jederzeit besuchen. Es gelten keine besonderen Besuchszeiten auf der Intensivstation. Bitte haben Sie Verständnis dafür, falls Sie einen Moment warten müssen, weil Ihr Angehöriger bei einer Untersuchung ist oder pflegerisch versorgt wird. Wir bemühen uns jedoch, dass Sie Ihren Angehörigen schnellstmöglich besuchen können.

- Bitte melden Sie Ihren Besuch über die Klingelanlage vor unserer Station an. Betätigen Sie dafür bitte den Klingelknopf „ITS“. Unsere Mitarbeiter holen Sie ab und begleiten Sie zu Ihrem Angehörigen.

- Wir bitten Sie, sich aus hygienischen Gründen beim Betreten und Verlassen der Station an den blauen Spendern die Hände zu desinfizieren.

 

3.3 Wie Sie Ihrem Angehörigen beistehen können

Sie können Ihrem Angehörigen in dieser schwierigen Situation beistehen, indem Sie sich ihm zuwenden und ihm dabei helfen, seine Umgebung weniger fremd wahrzunehmen. Erzählen Sie ihm von seinem Zuhause, seinem vertrauten Umfeld und bringen Sie ihm etwas mit, das ihn daran erinnert: Ein Kuscheltier, ein Lieblingskissen, Musik, die er gerne hört, ein Bild der Familie, einen Glücksbringer oder ähnliches. Blumen und Topfpflanzen sind aus hygienischen Gründen leider nicht gestattet.

Für manche Patienten, die schwer erkrankt sind und sich lange auf unserer Station aufhalten müssen, ist es sehr schwierig, sich auf unserer Station zu orientieren. Das äußert sich darin, dass sie ihre Umgebung nicht richtig erkennen oder durcheinander wirken. Die Gründe dafür sind sehr unterschiedlich. Diese Zustände sind vorübergehend. Versuchen Sie ruhig und zuversichtlich zu sprechen und eigene Gefühle wie Furcht und Verzweiflung zu kontrollieren. Wenn Ihr Angehöriger nicht antworten kann, stellen Sie Ihm bitte keine Fragen.

Sie müssen keine Angst oder Scheu haben, Ihren Angehörigen anzufassen, ihm die Hand zu halten oder ihm die Wange zu streicheln. Wir zeigen Ihnen gerne, wie Sie ihn berühren können, ohne seine medizinische Behandlung zu stören.

4. Auf einen Blick: Ansprechpartner und Kontakt, Besuch und Übernachtung

Wichtige Rufnummern und Informationen für Angehörige:

Zeiten für Gespräche oder telefonische Auskünfte:
Mo bis So 09 – 14.30 Uhr
Mo bis So 18 – 21.00 Uhr

Individuelle Gesprächstermine mit unseren Fachärzten vereinbaren Sie bitte zuvor telefonisch.

Rufnummern
Klinik Nauen              03321  42-1283
Klinik Rahthenow     03385  555-3290

Kontakt Sozialdienst
Kontakt zum Sozialdienst erhalten Sie über unser Pflegepersonal.

Kontakt Seelsorger
Kontakt zum Seelsorger erhalten Sie über unser Pflegepersonal.

Besuche
Besuche sind jederzeit möglich. Bitte beachten Sie jedoch unsere Regeln auf Seite XX.

Aufgrund unserer Abläufe und Tagesorganisation empfehlen wir Ihnen, Ihren Angehörigen in der Zeit von 15.30Uhr bis 17.30Uhr zu besuchen.